• vom 20.06.2016, 15:41 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 21.06.2016, 12:53 Uhr

neues Album

Im großen Kino spielt es "Lexit"




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Von Andreas Rauschal

  • Auf die Talentprobe folgt der Paukenschlag: Im Juli erscheint das zweite Album von Michael Kiwanuka.

You can’t take him down: Michael Kiwanuka ist mit Danger Mouse als Produzenten ein gewinnendes neues Album gelungen. - © Universal Music

You can’t take him down: Michael Kiwanuka ist mit Danger Mouse als Produzenten ein gewinnendes neues Album gelungen. © Universal Music

Eigentlich hätte der junge Mann am vergangenen Samstag eine der Hauptattraktionen des Jazz Fest Wiesen sein sollen. Dass die Veranstaltung ausgerechnet zum 40. Jubiläum seiner Austragungsstätte aber wegen zu schlechter Kartenverkäufe abgesagt wurde, lag bestimmt nicht an ihm. International gilt Michael Kiwanuka spätestens seit seinem 2012 erschienenen Debütalbum "Home Again" als Publikumsliebling. Zuvor wurde sein Name mit dem "BBC Sound Of 2012"-Poll aufgebaut, dann ging alles recht schnell. Als Support-Act von Adele hatte der 1987 in Muswell Hill im Norden Londons geborene Sohn ugandischer Einwanderer das Glück und gleichermaßen die Drucksituation, sich sofort auf der ganz großen Bühne beweisen zu dürfen - und müssen.

Nostalgie und Patina
Als Argument für sich konnte Kiwanuka nicht nur seine ausdrucksstarke Stimme vorweisen. Auch befriedigte sein erstes Album nostalgische Bedürfnisse. Mit Stücken wie "Tell Me A Tale", die auf keinem Album von Marvin Gaye negativ auffallen würden, errichtete er seine Kernkompetenz im Jazz-beeinflussten, von Querflöten-Leichtigkeit, gelegentlichen Blue Notes, kammermusikalischer Umrahmung und etwas Westküsten-Einschlag geprägten klassischen Soulsong einer Ära Anfang der 70er Jahre, als Soul zunehmend mit Folk-Elementen zu flirten begann. Immerhin gab sich Kiwanuka in Interviews auch als Fan von Bob Dylan zu erkennen. Und er legte im Studio unter besonderer Berücksichtigung der Pole Retro und Vintage wie unter Rückgriff auf analoge Geräte und Aufnahmetechnik mit entsprechender Patina sehr viel Wert darauf, dass der Geist einer Ära möglichst originalgetreu wiederbelebt wurde. Neue oder - Grundgütiger! - gar moderne Elemente waren dem Traditionalisten mindestens fremd. Ob das auch auf einer möglichen Nachfolgearbeit wieder der Fall sein würde, war allerdings infrage gestellt, als die neue Produktionsgemeinschaft Kiwanukas mit dem Londoner Produzenten Inflo und vor allem Brian Joseph Burton alias Danger Mouse bekannt wurde. Letzterer beherrscht und schätzt neben der geschichtsbewussten Verbeugung auch den Modernisierungsschub. Für den nun angekündigten Zweitling Kiwanukas hat man sich, wie ab 15. Juli überprüft werden kann, aber nur für einen Soundwechsel entschieden, ohne groß zur Gegenwart aufzuschließen. Gelegentlich sind die Ergebnisse vielleicht zeitloser ausgefallen. In jedem Fall erweist sich die Kollaboration als glückliche Fügung.

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Schlagwörter

neues Album, Michael Kiwanuka

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Dokument erstellt am 2016-06-20 15:44:06
Letzte Änderung am 2016-06-21 12:53:05




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