• vom 08.10.2016, 17:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Dudelsack & Kinderglück




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Von Gerald Schmickl

  • Highland-Höhepunkt: Das neue Album des Schotten King Creosote.



Neuerdings häuft sich die stimmliche Präsenz von Familienmitgliedern auf Platten diverser Interpreten. Auf der neuen von Frank Ocean, "Blond(e)", ist es die Mutter, deren vorwurfsvolles, den Sohn heftig zurechtweisendes Organ man eine ganze Nummer lang ertragen muss.

Auf "Astronaut Meets Appleman", dem aktuellen Album von Kenny Anderson alias King Creosote, ist es dessen kleine Tochter, Louie Wren, deren Brabbeln und Glucksen man auf "Peter Rabbit Tea" vernimmt - eine anfänglich berührende Begegnung, die allerdings mit Fortdauer - wie bei Kleinkindern nicht selten - etwas nervig wird.

Information

King Creosote

Astronaut Meets Appleman

(Domino)

Es ist freilich einer der ganz wenigen enervierenden Momente auf einem ansonst von großer Gefühlsintensität und stimmungsvoller Balance getragenen Album des 49-jährigen Schotten, der 2014 mit "From Scotland With Love" seinen Durchbruch erlebte (nachdem er zuvor unter verschiedenen Namen bereits nahezu 40 Alben veröffentlicht hatte, darunter 2011 auch die gefeierte Kollaboration mit Jon Hopkins, "Diamond Mine").

An verschiedenen Highland-Orten aufgenommen, gibt "Astronaut Meets Appleman" - dem Titel entsprechend - das Pendeln zwischen Himmel & Erde, Natur & Technologie, emotionalem Oben & Unten programmatisch betextet und instrumental breit gestreut wieder: Dudelsack, Harfe, Cello, Geige, Glockenspiel und Akkor-deon formieren sich stimmig rund um Andersons eindringliche, bisweilen hohe Stimme.

Zu Beginn von eher dunklen Regungen bestimmt, hellt sich der Horizont der Platte zunehmend auf, der balladeske Duktus wird poppiger. Eingängiger Höhepunkt ist der Song "Love Life", der auf durchaus ambivalente Weise die Nachteile und Vorzüge des Liebes- und Trieblebens reflektiert, um sich schließlich doch zu einem unzweideutigen Hymnus aufzuschwingen. Louie Wrens Existenz kündet glücklich glucksend davon.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-10-06 18:14:05
Letzte Änderung am 2016-10-06 18:38:49



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