• vom 08.10.2016, 08:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


neues Album

Alter Bekannter, neu gesichtet




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Von Christoph Irrgeher

  • Norbert Schneider zollt der Austropop-Legende Georg Danzer beschwingt Tribut.

Sudern mit Swingbeigaben: Norbert Schneider.

Sudern mit Swingbeigaben: Norbert Schneider.© Georg Buxhofer Sudern mit Swingbeigaben: Norbert Schneider.© Georg Buxhofer

Irgendwann, erinnert sich Norbert Schneider an seine Kindheit, drückte Lizzi Engstler im "Wurlitzer" nicht die gewohnten Tasten, die zu Hits von David Hasselhoff oder a-ha führten. Stattdessen erschien ein Wiener namens Karl Hodina im Fernsehen - und brachte den Buben mit "Herrgott aus Staa" zum Heulen. Dabei habe für ihn, sagte Schneider einmal der "Wiener Zeitung" im Interview, aber "nicht das Negative überwogen. Da war auch ein Funken positives Irgendwas."

Bis dieser Funken Folgen für seine Karriere hatte, verging viel Zeit. 1979 in Wien geboren, wurde Schneider selbst Musiker, begann aber als Bluessänger mit englischsprachigen Songs. Erst nach einer Tour mit deutschen Kabarettisten, die am Wiener Dialekteinen Narren gefressen hatten, wagte er den Sprung ins Unvertraut-Heimische. 2013 legte Schneider sein erstes Mundartalbum vor, befüllte es mit eigenen Liedern und Klassikern von Horst Chmela und Georg Danzer. Eine Erkenntnis des Projekts ("Schau ma mal", Telemedia): Blues und Wienerisches besitzen Kompatibilität - in ihrem Faible für ausschweifendes Gesuder.


Zwei Alben später ist Schneider wieder im Grenzbereich aktiv, und diese Offenheit nützt der Sache. Immerhin ist "Neuaufnahme" (Telemedia) ausschließlich Liedern von Georg Danzer vorbehalten, und deren Rang als Austropop-Heiligtum könnte leicht zu einem krampfigen Götzendienst führen. Die CD, am Freitag live im Studio 44 der Österreichischen Lotterien vorgestellt, charmiert jedoch: Mit Schneiders heller, hinterfotziger Stimme einerseits fast auf Originalkurs, teilt sich das Augenzwinkern der Lieder hier auch in einem zartbluesigen bis folkswingenden Sound mit. Dieses Klangbild bleibt meist so akustisch und "ehrlich", wie es sich für Austropop gehört, verdickt sich aber zumindest einmal zu vollem Bigband-Swing - mit Schneider als einer Art Grantler-Sinatra, der ins Mikrofon stänkert: "Geh in Oasch".




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Dokument erstellt am 2016-10-07 16:56:05




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