• vom 19.02.2017, 11:30 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Euphorisierende Zappeligkeit




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Von Heimo Mürzl

  • Legenden des Indie-Rock: The Feelies und ihr sechstes Album, "In Between".



Im Vorjahr feierten The Feelies ihr vierzigjähriges Bandjubiläum. Ein Jahr später erscheint jetzt ihr erst sechstes Studioalbum und ihre Musik klingt frisch, vital und mitreißend wie ehedem. Die aus New Jersey stammenden Indierock-Legenden um die Gitarristen Glenn Mercer und Bill Million erwarben sich ihren Kultstatus mit einem unverwechselbaren Sound, der Gitarrenpop und Nerdrock ebenso miteinander vermählte wie melodieverliebte Eleganz und rhythmische Komplexität und mit seiner euphorisierenden Zappeligkeit die Blaupause für zahlreiche Gitarrenbands lieferte.

Information

The Feelies

In Between

(Bar None/Indigo)

Obwohl den Feelies der ganz große kommerzielle Erfolg trotz epochemachender Alben wie "Crazy Rhythms" (1980) und "The Good Earth" (1986) verwehrt blieb, erwies sich ihre Musik als dauerhafte Inspiration für nachfolgende Generationen von Musikerinnen und Musikern.

Bands wie R.E.M., Yo La Tengo oder Vampire Weekend bezeichnen den Feelies-Sound als wichtigsten Einfluss. Und auch 2017 haben die sympathischen Kritikerlieblinge nichts von ihrem Charme verloren - "In Between" klingt wie eine stimmige Fortsetzung ihrer Bandbiografie.

Der fiebrige Gitarrensound und die vertrackten Rhythmen bleiben die Kernkompetenzen und evozieren mit eingängigen Melodien und ausgetüftelten Arrangements jenen charakteristischen Zauber, der die Band zu Pionieren der Independent Music werden ließ.

Auch wenn sich in ihrem Äußeren der natürliche Alterungsprozess widerspiegelt und das Vergehen der Zeit und das Älterwerden auch zentrale Themen vieler ihrer Songs sind - "Pass The Time", "Time Will Tell" oder "Turn Back Time" erzählen kundig davon -, hat ihre Musik keine Alters-Pa-
tina angesetzt.

Mit jugendlicher Spielfreude werden den ekstatisch geschrammelten Gitarren pulsierende Klänge entlockt, während das Rhythmusteam aus Stan Demeski, Dave Weckerman und Brenda Sauter für das akzentuierte Fundament sorgt. Songs wie "Been Replaced" und "Gone Gone Gone" mit ihren hüpfenden Hooklines und unruhigen Beats sind eigenständig, ambitioniert und ohne Verfallsdatum.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-02-17 14:33:12
Letzte Änderung am 2017-02-17 17:57:20



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