• vom 06.05.2017, 14:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


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Zurück zu den Wurzeln




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Von Heimo Mürzl

  • Die Mark Lanegan Band und ihre Verbeugung vor den Ursprüngen der Rockmusik.



Mark Lanegan ist ja der ausgewiesene Fürst der Finsternis der Rockmusik, der mit sinisterer Reibeisenstimme von den Schattenseiten des Daseins erzählt. Seine ersten Meriten erwarb er sich mit seiner auf dem legendären SST-Label veröffentlichenden Band Screaming Trees, mit der er maßgeblich zum guten Ruf der Grunge-Ära beigetragen hat.

Information

Mark Lanegan Band

Gargoyle

(Heavenly Recordings/ Pias Coop)

Als zeitweiliges Mitglied der Queens Of The Stone Age stellte er seine unverwechselbare Stimme in den Dienst der Stoner-Rock-Sache, sang Duett-Alben mit Isobel Campbell ein, veredelte mit seinem mächtigen Bariton aber auch Produktionen der Soulsavers, der Gutter Twins, der Twilight Singers und nicht zuletzt auch des in Vorarlberg lebenden Bluesrockers Matt Boroff.

Neben den zahlreichen Kollaborationen blieb aber immer auch Zeit für seine Arbeit als Solokünstler. Zehn Alben legen mittlerweile Zeugnis davon ab, darunter Meisterwerke wie "Bubblegum" (2004) und "Blues Funeral" (2012), auf denen mit düster-lärmenden Klageliedern der Glaube an das Gute mit dem Samen des Bösen infiziert wurde.

Mark Lanegan zählt zu jenen Ausnahmeerscheinungen des überwiegend flachwässrigen Rockbusiness, die es vermögen, die Hörer mit ihrer Kunst tiefer auf den Grund des menschlichen Daseins zu ziehen. "Gargoyle" ist nicht nur das vierte Album der Mark Lanegan Band, sondern auch eines von ausnehmender Güte. Der stilsichere Traditionalist und beseelte Charismatiker zeigt sich frisch inspiriert und profitiert von der Zusammenarbeit mit Josh Homme, Greg Dulli, Duke Garwood und Rob Marshall, die dieser lärmenden und beseelten Verbeugung vor den bluesigen Wurzeln der Rockmusik zugleich Halt und Schwung verleihen.

Über allem thront aber das Organ Lanegans, das roh, ungeschliffen und lapidar die Dämonen zu vertreiben versucht. Diese Musik verfügt sowohl über süchtig machenden Charakter als auch über heilende Wirkkraft - ganz gleich, ob sie eruptiv daherkommt (wie bei "Nocturne" und "Bee-
hive"), fast schon beschwingt (wie bei "Emperor") oder beschwörend (bei "Goodbye To Beauty" und "Sister").





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-04 18:06:06
Letzte Änderung am 2017-05-04 18:32:03



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