• vom 14.05.2017, 16:30 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Klangverfremdung




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Andreas Walker

  • Saxofonist Colin Stetson liefert eine Synthese seines Schaffens.



Es raschelt und wimmelt, gärt und blubbert, jauchzt und heult, als würden die Geister der Nacht zum Tanz laden. Unbelebtes verwandelt sich in organische Materie, facettenreich wie ein glitzerndes Kaleidoskop ("Spindrift"), bedrohlich ("Between Water And Wind") oder als unheimlicher Reigen ("Like Wolves On The Fold").

Information

Colin Stetson

All This I Do For Glory

(52Hz/Indigo)

Wo immer der Mensch klanglicher Verfremdung ausgesetzt ist, folgt ihm ein faszinierender Schauer. Dabei beschreitet Colin Stetson auf seinem neuen Album kein neues Terrain. Die Elementarkräfte seiner Musik sind - etwa seit seiner "New History Warfare"-Trilogie - bekannt. Doch "All This I Do For Glory" präsentiert sich mit seinen sechs Songs wie eine Synthese seines Schaffens, wohl auch, weil der US-Saxofonist auf weiteres Personal verzichtet, das Album live eingespielt und produziert hat. Stetsons Musik erzählt von der Weltentstehung, davon, wie in chaotischen Mengen Moleküle zusammenfinden, sich umwerben und neue Ordnungen bilden, schlicht von der Entstehung des Lebens. Und es ist aufregend, als Zeuge dabei zu sein.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-11 18:30:21
Letzte Änderung am 2017-05-11 18:41:42



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Was ist "das Leitkultur"?
  2. Die letzten Männer, die gehen
  3. Schlagerstar Karel Gott im Krankenhaus
  4. Schwüle Texte, hartes Urteil
  5. Kunst
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  3. Ars Electronica bringt "Error" von Linz nach Berlin
  4. Venus, Warhol oder Papagei
  5. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video


Quiz


Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


Werbung