• vom 11.06.2017, 15:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 12.06.2017, 16:38 Uhr

Pop-CD

Spielarten der Liebe




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Von Heimo Mürzl

  • "I’m Not Your Man": Marika Hackman veröffentlicht ihr zweites Album.



Als Teenagerin spielte Marika Hackman zusammen mit Cara Delevingne in einer Coverband, die sich an den Songs von Nirvana versuchte. Ihre Freundschaft mit dem britischen Model verhalf ihr auch zu einem Fotoshooting für ein Modelabel, ehe sie sich dann doch dafür entschied, die musikalische Karriere voranzutreiben.

Information

Marika Hackman

I’m Not Your Man

(Sub Pop/Trost)



Auf ihrem ersten Album, "We Slept At Last", wusste Marika Hackman im Jahr 2015 mit einem Folkrock-Entwurf mit individueller Note zu gefallen, der zeitlos, fragil, fast ein wenig brüchig klang. Ihr zweites Album, "I’m Not Your Man", spielt nun nicht nur auf gewitzte Art mit Rollenbildern und dem Albumtitel eines Leonard-Cohen-Klassikers, sondern lässt auch musikalisch keinen Stein auf dem anderen. Eine ebenso originelle wie spannende Mischung aus Folk, Indierock, Britpop, Grunge- und Shoegazing-Klängen ergibt zusammen einen unbehauen-rohen und zugleich geschmeidig-leichten Sound.

Die dreizehn Songs verhandeln alle Spielarten der Liebe und Marika Hackman hält die Balance zwischen emotionaler Tiefe und kühl-distanzierter Analyse. Die Liebe ist bekanntlich ein fragiles Konstrukt und tut immer auch ein wenig weh. Hackman führt in ihren Songs die poröse Natur des amourösen Glücks vor.

Sie erzählt von verlorengegangenen Sicherheiten, wechselnden sexuellen Identitäten, vom Erwachen des weiblichen Selbstbewusstseins, von weiblicher Selbstbestimmung, Solidarität und Loyalitätskonflikten - und verzichtet doch auf jede Form von Geschlechterkampf. Musikalisch wird melodische Raffinesse und rhythmische Akzentuierung zu einem Sound verknüpft, der zugleich herausfordernd und eingängig klingt.

Produziert wurde das Album von Charlie Andrew, das Londoner Quartett The Big Moon stellte sich als adäquate Backing-Band zur Verfügung und "I’m Not Your Man" bietet ein vielfältiges stilistisches Spektrum - vom kraftvollen "Boyfriend" über den mit Slacker-Attitüde kokettierenden Indierock-Song "Time’s Been Reckless" bis hin zur mit Akustikgitarre veredelten Trennungsballade "Cigarette".





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-06-08 18:23:05
Letzte Änderung am 2017-06-12 16:38:45



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