• vom 12.09.2017, 17:09 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Jazzfestival

Eine Woche Werkschau




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Von Christoph Irrgeher

  • Die Jazzwerkstatt Wien bietet ab diesem Freitag wieder Festival-Vielfalt.

Klarinettist Vincent Pongracz (Mitte).

Klarinettist Vincent Pongracz (Mitte).© Astrid Knie Klarinettist Vincent Pongracz (Mitte).© Astrid Knie

Wien. Fernsehküchen gibt es wie Sand am Meer. Ein Studio mit selbst gezeichnetem Herd aber ist die Ausnahme. Leo Riegler schwingt hier den Kochlöffel, zu besichtigen ist er nur auf YouTube. Ausgerüstet mit einer weißen Riesenhaube und dem immer gleichen Einstiegssatz ("Ha, jetzt haben Sie mich erwischt!"), versieht der Vollbartträger einen eigenwilligen Dienst. Im Verbund mit wechselnden Gästen und einer Dramaturgie irgendwo zwischen Experimentalfilm, Maturaspaß und Reality-Soap (Zitat: "Ich habe die Gabe, durch das Telefon durchhören zu können!"), werden zwar auch Gaumenfreuden wie zum Beispiel Kaspressknödel gebrutzelt. Eigentlich arbeitet man aber an einem spleenigen Image. Und vor allem: an Werbung für etwas ganz anderes. Tatsächlich will man ja nicht an den Magen des Publikums heran, sondern an dessen Ohren. Diese "Fernsehküche" gehört nämlich der Jazzwerkstatt Wien - einer ebenso stadtbekannten wie innovativen Szenekonstante.

Lärmig, funky, wienerisch
Gegründet wurde sie 2004. Beseelt vom Entschluss, nicht mehr gar so oft an fremde Türen zu klopfen, zimmerten Clemens Salesny, Bernd Satzinger, Daniel Riegler, Peter Rom und Clemens Wenger ihre eigene Plattform. Die erwies sich nicht nur als tragfähig, sondern fand europaweit Nachahmung. Mit der Jazzwerkstatt ist ein Netzwerk entstanden, in dem sich längst nicht nur die Formationen der Gründungsväter bewegen. Etliche Kreativkräfte nützen die Möglichkeiten der Initiative, die über ein gleichnamiges Label verfügt sowie über ein eigenes Festival.


Dieses beginnt nun wieder am kommenden Freitag, dauert erstmals eine ganze Woche und bietet eine vielfältige Werkschau. So sieht der Eröffnungsabend etwa einen Auftritt von Vincent Pongracz’ Synesthetic Quartet, das zwischen Hip-Hop-Sounds und Schillerklangflächen pendelt. Im Porgy & Bess wiederum widmen sich tags darauf Bassist Manu Mayr und Gitarrist Robert Pockfuß einer Klangerzeugung zwischen "Maschine und Organ", wie es vorab heißt. Im WUK arbeitet am Mittwoch darauf das Quartett JSBL (mit dem FM4-bekannten Dorian Concept an den Keyboards) einem Gemisch aus Sixties-Jazz und 70er-Jahre-Funk zu. Zwar nicht an die Kochflächen, aber zumindest in die Waschküche führt ein anderer Beitrag des Abends: Unter dem Namen "Wiener Wäsche" erkundet ein Quartett mit dem Trompeter Martin Eberle und dem Freistilkomponisten Christof Dienz an der Zither die Wienerische Folklore.

Jazzwerkstatt Wien Festival: 15. bis 24. September im WUK, Blue Tomato, Porgy & Bess - http://jazzwerkstatt.at




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Dokument erstellt am 2017-09-12 17:15:08




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