• vom 16.12.2017, 09:20 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Die Platten des Jahres

Pop als Kunstwerk




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  • Die Musikkritiker der "Wiener Zeitung" präsentieren ihr Ranking 2017 der besten internationalen und österreichischen Pop- und Jazz-Alben.

Große Schmerzenskunst mit Happy Ends in ästhetischer Vielgestalt: Mike Hadreas alias Perfume Genius lieferte mit "No Shape" das Popalbum des Jahres 2017. - © Kieran Frost/Getty Images

Große Schmerzenskunst mit Happy Ends in ästhetischer Vielgestalt: Mike Hadreas alias Perfume Genius lieferte mit "No Shape" das Popalbum des Jahres 2017. © Kieran Frost/Getty Images

Die Gesamtwertung basiert auf den summierten Einzelwertungen des "music"-Teams.

Pop/International

1. Perfume Genius: No Shape (US)

Der 1981 geborene US-Musiker Mike Hadreas alias Perfume Ge-nius wurde einem überschaubaren Publikum ab dem Jahr 2010 mit bei zugezogenen Vorhängen eingespielten Klavierballaden zwischen brüchigem (Falsett-)Gesang und atmosphärischem Zierrat bekannt. In Form kleiner in-trospektiver Studien gab diese große Schmerzenskunst in ungewohnter Offenheit mindestens alles an Ängsten preis. Nach dadurch freigesetzten Selbstheilungskräften hört man auf "No Shape" nun diverse Happy Ends in ästhetischer Vielgestalt - und einen Tusch der Erlösung zwischen intellektuellem Kunstlied und absoluter Gefühlsmusik.

2. Slowdive: Slowdive (GB)

Die bereits vom Namen her nicht auf Hudeln programmierte britische Band Slowdive, die in die Kategorie der Shoegazing-Helden fällt, macht es der Hörerschaft mit ihrem nach 22-jähriger Trennung veröffentlichten vierten Streich von Anfang an leicht, ins Schwärmen zu geraten: Mit betont andächtigem Gesang der Mann-Frau-Doppelspitze aus Neil Halstead und Rachel Goswell wird bei Stücken wie dem überraschend beschleunigten "Star Roving", dem himmelwärts fahrenden "Dont’t Know Why" oder der Klavierkontemplation "Falling Ashes" alles Sehnsucht sein. Das ist würdig und recht.

3. Algiers: The Underside Of Power (US)

Die Band heißt Algiers und bietet bereits mit ihrem Namen eine Spiegelfläche für ein breites Themenspektrum zwischen (antikolonialem) Widerstand, Fluchtgedanken und Flucht sowie rassistisch motivierter Gewalt und Unterdrückung. Musikalisch bringt der Zweitling des Projekts eine eklektische Mischung aus genuin schwarzen (Südstaaten-)Musiken mit angriffig von den Saiten gerissenen Post-Punk-Gitarren, Haudraufwienix-Schlagzeug und gerne auch Synthiesounds aus dem frühen Elektropop. Songs wie "Cleveland" erklären in ihrem Querbezug zum Heute: Dieses Album ist nicht nur toll, es ist auch wichtig.

4. The Magnetic Fields: 50 Song Memoir (US)

Aufgeteilt auf fünf (!) LPs/CDs, ist "50 Song Memoir" eine musikalische Autobiografie, die sich Stephin Merritt als Kopf seines Projekts The Magnetic Fields zum 50. Geburtstag gegönnt hat. Ungefähr 100 Instrumente brachte allein Merritt selbst dafür zum Einsatz; auch von seinen rund zehn Begleitern schupft der größere Teil multiinstrumentale Agenden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-15 15:08:09
Letzte Änderung am 2017-12-16 09:19:03




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