• vom 28.01.2018, 13:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Frohsinn und Tüftelei




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Von Heimo Mürzl

  • Komplexität trifft Einfachheit: "Marble Skies", das dritte Album von Django Django



Als die vier ehemaligen Kunsthochschüler Django Django 2012 ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichten, reagierten Kritik und Hörerschaft geradezu enthusiastisch.

Die ebenso bizarre wie unbekümmert-verführerische Collage aus komplexen Soundtüfteleien und eingängigen Hooklines, jugendlichem Forschergeist und souveräner Stilsicherheit überzeugte schlicht mit unwiderstehlichen Songs. Die Hit-Single "Default" hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren und klingt energetisch und frisch wie ehedem.

Information

Django Django
Marble Skies
(Because/Caroline International)

Auf Album Nummer drei, "Marble Skies", entwickelt das in London lebende schottische Quartett seinen genreüberlappenden Popentwurf weiter. Erneut werden scheinbar gegensätzliche Sounds aus Rock, Rock-abilly und Synthie-Pop zu einem stimmigen Ganzen vermengt.

Was sich teilweise wie eine gelungene Kreuzung aus Hot Chip, Metronomy, Talking Heads und Battles anhört, ist nicht weniger als eine perfekt funktionierende Liaison aus Einfachheit und Frohsinn. Obwohl die Band ihrem eklektizistischen Popentwurf treu geblieben ist, ist ihre Musik als überzeugte und überzeugende Absage an das ständige Aufbereiten des Immergleichen zu interpretieren.

Mit ihrer ausgeklügelten Verknüpfung von elektronischen und akustischen Klängen hat sich die Band eine eigensinnige Trademark geschaffen, die nicht nur Kritikerherzen höher schlagen lässt. Django Django betreiben ihr Spiel mit existierendem Popmaterial und bekannten Genres mit großer Unbekümmertheit und jugendlicher Neugierde und zitieren lustvoll aus dem reichen Fundus der Geschichte. "Marble Skies" enthält neben fünf großen Popmomenten - Songs wie "In Your Beat", "Tic Tac Toe" und das Titelstück sind trotz komplexer Songstrukturen so einnehmend, beschwingt und tanzbodentauglich, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt - leider auch fünf Songs von mittelmäßiger Qualität. Wäre das nicht so, würde es sich um ein kleines Meisterwerk handeln. So ist es aber zumindest noch ein gutes Album geworden.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-25 16:26:10
Letzte Änderung am 2018-01-25 16:46:45



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