• vom 27.01.2018, 09:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Grammys

Abgesang auf den Pop




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  • Nach jahrelanger Pop-Dominanz bei den Grammys geht es nun verstärkt um Hip-Hop und Rap. Die Show am Sonntagabend findet zum ersten Mal seit 2003 wieder in New York statt.

Hat bereits 21 Grammys und ist für weitere acht nominiert: Rapper Jay-Z. - © reuters/Benoit Tessier

Hat bereits 21 Grammys und ist für weitere acht nominiert: Rapper Jay-Z. © reuters/Benoit Tessier

New York. Zum ersten Mal seit 2003 bereitet sich New York auf die Grammy-Verleihung und damit die wichtigste Auszeichnung der US-Musikindustrie vor, die Los Angeles seit Jahren fest im Griff hatte. Der Wechsel an die Ostküste zur 60. Verleihung steht dabei musikalisch ganz im Zeichen des Hip-Hop: Die Rapper Jay-Z und Kendrick Lamar gehen mit acht beziehungsweise sieben Nominierungen als Favoriten in die Gala am Sonntagabend.

Singer-Songwriter Bruno Mars ("That’s What I Like") ist mit sechs Nominierungen ebenfalls stark vertreten. Im Wettlauf um die begehrten Grammy-Trophäen haben auch Soul-Sängerin SZA und Khalid sowie Childish Gambino und Produzent No I.D. gute Chancen, die sich ganz oder teils im Hip-Hop-Genre bewegen und die je fünffach nominiert sind. Unter anderem Musiker wie Kendrick Lamar, Bruno Mars, Childish Gambino, Lady Gaga, Elton John, Pink und Rihanna werden bei der Show im Madison Square Garden ans Mikro treten.

Der 48-jährige Familienvater Jay-Z hat bereits 21 Grammys gewonnen, wurde dieses Jahr aber erstmals in der Kategorie für das beste Album nominiert. Mit "The Story of O.J." tritt er in der Kategorie Aufnahme des Jahres gegen Mars ("24K Magic"), Lamar ("Humble"), Gambino ("Redbone") sowie Luis Fonsi und Daddy Yankee ("Despacito") an. Erstmals ist dieses Jahr kein weißer Mann in dieser Kategorie nominiert - mit Ausnahme der Verleihung im Jahr 1999, als die teils mit weißen Männern besetzte Alternative-Band Garbage mit im Rennen war und dann letztlich Lauryn Hill unterlag.

Mit dem starken Fokus auf Hip-Hop kehrt die Academy dem Pop-Genre nach jahrelanger Dominanz spürbar den Rücken. Sowohl das britische One-Direction-Mitglied Harry Styles als auch sein Landsmann und Singer-Songwriter Ed Sheeran, dem ein mögliches Kopf-an-Kopf-Rennen mit Lamar vorausgesagt wurden, enttäuschten Erwartungen. Popsängerin Taylor Swift ist auch eher schwach vertreten. Die Show wird wie im vergangenen Jahr von Moderator und Comedian James Corden moderiert.

Image-Schub für New York

New York erhofft sich von einer der größten Veranstaltungen im US-Entertainment nicht nur einen Image-Schub, sondern wirtschaftliche Vorteile von schätzungsweise 200 Millionen Dollar (141 Millionen Euro). In der Metropole seien Salsa, Hip-Hop und amerikanischer Punk geboren, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Auch große Standard-Songs seien in New York geschrieben worden und Künstler von Carole King über Sonny Rollins bis Jay-Z hier zu Legenden geworden. De Blasio hatte kürzlich feierlich ein New Yorker Büro für die Recording Academy eröffnet, deren 13.000 Mitglieder jährlich über die Grammys abstimmen.

Um die glitzernde Grammy-Woche mit den diversen Randveranstaltungen und hippen Partys auszurichten, muss die Stadt viel Geld in die Hand nehmen. Die Produktion sei derzeit sechs bis acht Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro) teurer als geplant, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Crain’s". Dem Wechsel von der West- an die Ostküste waren lange Verhandlungen vorausgegangen. Die Stadt habe eine Liste von Maßnahmen gehabt, um die Show in New York bezahlbar und praktikabel zu machen, sagte Academy-Präsident Neil Portnow dem Magazin "Variety": "Es hat sich nicht ganz so herausgestellt."





Schlagwörter

Grammys, Pop, Rap, Auszeichnung, USA

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-26 16:50:08
Letzte Änderung am 2018-01-26 16:56:17



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