• vom 26.04.2018, 18:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 02.05.2018, 09:18 Uhr

Pop

Fließbandsongs für gutes Karma




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Von Andreas Rauschal

  • "44/876": Sting und Shaggy legen ein Gemeinschaftsalbum vor und kommen im Sommer nach Österreich.



Gemischtes Doppel: Sting (rechts) und Shaggy frönen den Kulturgütern Jamaikas.

Gemischtes Doppel: Sting (rechts) und Shaggy frönen den Kulturgütern Jamaikas.© Universal Music Gemischtes Doppel: Sting (rechts) und Shaggy frönen den Kulturgütern Jamaikas.© Universal Music

Reggae entspannt. Reggae macht locker. Reggae transformiert negative Energie zu positiven Vibes und heilvollen Spirits. Reggae bringt die Sonne Jamaikas sozusagen direkt hinein in unsere verhärmten, kalten und finsteren Herzen.

Information

Sting & Shaggy
44/876
(A&M/Universal)

Live am 27. Juni
im Steinbruch St. Margarethen

So oder so ähnlich will es jedenfalls die freundliche Sichtweise aus dem inneren Reggae-Kreis selbst. Nimmt man sie wörtlich, soll sie für den Pop-Altvorderen Sting, der sich wiederum aufgrund seines Trainingsprogramms, wahrscheinlich auch angeborener innerer Vibes und einer erfüllenden, tatsächlich nicht auf rasche Pensionierung abzielenden Arbeitsagenda nicht zum alten Eisen zählt, kein Schaden sein.

Wie verbissen der heute 66-Jährige zwischen yogischer Körperstählung und Projekten mit auch stilistischem Tausendsassatum gerade heute vorturnt, dass Udo Jürgens mit einem alten Schlager vielleicht doch recht gehabt haben könnte, unterstreicht jedenfalls auch, dass sich hier jemand selbst vor der Weltöffentlichkeit beweisen will, wenn er sich schon nicht durchgehend nur herausfordert.

Ein Ort, an dem nichts stresst

In den letzten neun Jahren hat Sting elisabethanische Lautenmusik aus dem 16. Jahrhundert interpretiert (eine lockere Aufwärmübung), eigene Songs symphonisch gedeutet (Kinderspiel) oder der Schiffbauindustrie seiner Kindheit in Nordostengland mit einem Album gehuldigt, das zum Musical wurde (geht nebenbei). Zuletzt markierte "57th & 9th" im Jahr 2016 als Fingerübung die Rückkehr Stings zu den Vorgaben des Rocksongs.

Jetzt also das musikalische Kulturgut Jamaikas unter besonderer Berücksichtigung des Kern-Genres Reggae. Mit der Sting nachgesagten Humorlosigkeit ist es im Reggae ja spätestens vorbei, wenn aus mannshohen Glasgefäßen Dunst und Nebel aufsteigt, wie man das sonst nur kennt, wenn man in Lenzing (Lenzing), Linz (Voestalpine) oder im fernen Chinesien neben einer Dampf(nudel)fabrik aufgewachsen ist und es dort auch deshalb mit dem Blues zu tun bekommen hat.

Es empfehlen sich gegen den Dunst aus dem Glasgefäß übrigens dunkle Sonnenbrillen und ein Ort, an dem nichts und niemand stresst. Stress ist gut für den Kapitalismus, allerdings sauschlecht für das Karma oder Stings sorgsam gepflegten - wie sagt man in Jamaika? - "Baddi", an dem jeder Muskel klar definiert ist. Hey, das soll so bleiben!

Stings Neo-Kompagnon Shaggy kommt zwar aus Kingston, in dem die Good Vibes gelegentlich gegen die harten Fakten hinter der Kriminalitätsstatistik krachen, er hat es sich dort mit den aus einer Karriere als Dauerbrenner im Formatradio gezogenen Tantiemen aber gut eingerichtet.




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Dokument erstellt am 2018-04-26 15:27:27
Letzte Änderung am 2018-05-02 09:18:13



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