• vom 13.07.2018, 17:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Jazz-CD

Tarantino, hör zu!




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christoph Irrgeher

  • "Heaven & Earth", das neue Doppelalbum des US-Saxofonisten Kamasi Washington.



Information

Kamasi Washington
Heaven & Earth
(Young Turks)

Es gibt Alben, die hört man lieber nicht mit dem Kopfhörer. Sie lassen nämlich so viele Tonspuren gleichzeitig auf die Ohren einprasseln, dass man mitunter auffährt und sich umblickt. Hat da eben ein Telefon geläutet? Hat eine Alarmsirene geheult? Hat wer von nebenan gerufen? "Heaven & Earth" ist so ein Fall: Mit dem Gustav Mahler’schen Anspruch, sich eine eigene Welt zu zimmern, legt der US-Saxofonist Kamasi Washington ein Doppelalbum vor, das mit Streichern und Chören prunkt, mit Jazzband und Rockmusikern und vor allem einem Siebziger-Sound, der in Form von Soul-Hymnen, Synthies, Wah-Wah-Gitarren, Donnergrooves und Bläserriffs nicht zuletzt nach einem Filmregisseur schreit: Quentin Tarantino, spiel mich!

Natürlich birgt dieses Urassen eine Gefahr, und sie heißt Kitsch. Washington, der Maßlose, macht auch um ihn keinen Bogen: In einem Schmalzmonster ("The Space Traveler’s Lullaby") heult der Chor wie in der alten Serienmusik zum "Raumschiff Enterprise". Die Bombastmanie des 37-Jährigen führt auf der ersten CD aber vor allem zu grandiosen Zugnummern. Wesentlich für ihre Wirkung: Washingtons Saxofon befüllt diese musikalischen Turmbauten zu Babel mit stupender Energie.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-12 17:04:59
Letzte Änderung am 2018-07-12 17:25:16



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Netflix kann auch Kino-Magie
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. Sonderausgabe für Herbert Kickl
  4. Die 30er sind zurück
  5. Philharmoniker glänzten mit Kirill Petrenko
Meistkommentiert
  1. Gefährliche Predigten
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. "Kurz bringt die Rechtsextremen in den Mainstream"
  4. "Die Weißwurst muss dir freundlich gesinnt sein"
  5. Karger "Don Carlos" in der Kammeroper


Quiz


Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung