• vom 05.08.2018, 09:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 07.08.2018, 14:19 Uhr

Pop

Springsteen, Punk und neue Wellen




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Von Bernhard Torsch

  • Keith Moon (The Who) starb, Julian Casablancas (The Strokes) wurde geboren - und jede Menge neue Alben kamen im Jahr 1978 auch auf den Markt.



Tanzend in die neuen Zeiten: Im Jahr 1978 klopft die New Wave an die Tür.

Tanzend in die neuen Zeiten: Im Jahr 1978 klopft die New Wave an die Tür.© Cartoon: Christian Berger Tanzend in die neuen Zeiten: Im Jahr 1978 klopft die New Wave an die Tür.© Cartoon: Christian Berger

Der Pole Karol Wojtyla wird zu Papst Johannes Paul II. gekürt, in Camp David leiten Israel und Ägypten eine friedliche Annäherung ein und in Italien ermorden die Roten Brigaden den Politiker Aldo Moro. Und der Rockmusik geht es 1978 immer noch ganz gut.

Bob Dylan: Street-Legal

Nach einer turbulenten Scheidung von seiner langjährigen Gefährtin Sara und mehreren monströsen Tourneen, bei denen Dylan noch einmal äußerst intensiv dem Rock-’n’-Roll-Lifestyle inklusive Schubkarren voller Drogen und Alkohol frönte, zog sich der Troubadour auf seine Farm in Minnesota zurück und komponierte die Songs für dieses Album - Songs voller Schmerz, Trauer und Reue.

Das zentrale Stück "No Time To Think" ist eine düstere Beschreibung der hoffnungslosen Isolation, der das Individuum im späten Kapitalismus ausgesetzt ist, voller apokalyptischer Bilder und Warnungen vor einer postdemokratischen Gesellschaft, in der "Narren Gesetze machen, um Menschen zu verletzen" und die längst zu Konsumenten degradierten Menschen mit all den schönen Produkten in Wirklichkeit doch nur "Ärger und Eifersucht" verkauft bekämen. Der zweite herausragende Song ist "Where Are You Tonight? (Journey Through Dark Heat)", ein Song mit einem coolen langsamen Groove und einem Text, der ungeheuer offen den Schmerz des verlassenen Mannes beschreibt.

Bruce Springsteen: Darkness On The Edge Of Town

Was Springsteen auf der Vorgänger-LP "Born To Run" anklingen hatte lassen, brachte er hier zur Perfektion und lieferte die Platte, die ihn endgültig als einen der größten amerikanischen Songwriter und Rockstars etablierte. Vom Opener "Badlands" angefangen hat jeder Song eine hymnenhafte Kraft, und bei "Factory", einer poetischen, aber nicht romantisierenden Beschreibung des Lebens der Arbeiterklasse, hat jeder, der einer Lohnarbeit nachgehen muss, sofort das Gefühl: "Genau, so ist das nämlich".

Die Songs sind mit voller Absicht so produziert, dass sie im Kofferradio genauso gut klingen wie im Stadion - und das so überzeugend, dass sie beinahe klanglich synonym wurden für das, was man weitläufig bis heute unter "amerikanischem Rock ’n’ Roll" versteht.

Patti Smith Group: Easter

Nach den künstlerisch, nicht aber im Verkauf erfolgreichen Alben "Horses" und "Radio Ethiopia" gelang Smith und ihrer Band hier erstmals der Spagat zwischen Kunst und Kommerz. Angetrieben von der Hitsingle "Because The Night", die Smith zusammen mit dem gerade erwähnten Bruce Springsteen geschrieben hatte, schoss die Platte international in die Charts.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-02 16:50:22
Letzte Änderung am 2018-08-07 14:19:49



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