• vom 05.08.2018, 09:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 07.08.2018, 14:19 Uhr

Pop

Springsteen, Punk und neue Wellen




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Neben radiotauglichem Material enthält die Scheibe mit "Rock ’n’ Roll Nigger" allerdings auch einen knallharten Punkrocker, auf dem Smith all den radikalen Möchtegerns zeigt, wie rebellische Musik wirklich geht. "Outside of society is where I wanna be!", schreit sie ins Mikrofon, nicht ohne zuvor die guten Christen des Bible Belt mit den Worten "In heart, I’m Muslim, in heart, I’m an american artist" verschreckt zu haben.

Lou Reed: Street Hassle

Dies wäre ein sehr gutes Album, wäre da nicht das Titelstück, das daraus ein großartiges Album macht. Hätten die anderen, durchwegs feinen Songs dasselbe Niveau wie "Street Hassle" gehabt, wäre dies wohl die beste Platte
aller Zeiten geworden.

Der elfminütige Titeltrack ist in drei Segmente unterteilt. Im ersten beschreibt Reed, untermalt von einem hypnotischen Cello-Riff, wie sich eine Frau einen männlichen Prostituierten für eine Nacht kauft. Im zweiten Teil geht es um einen Drogendealer, der sich der Leiche eines an einer Überdosis verstorbenen Mädchens entledigt. Es folgt ein kurzes Intermezzo, in dem Bruce Springsteen (schon wieder der!) ein Gedicht ins Mikrofon nuschelt. Der dritte Akt nimmt musikalische Motive des ersten auf und geht in eine seltsame Mischung aus ekstatischer Beschwörung guter Zeiten und einem verzweifelten Klagegesang über.

Die ganze LP, für die Lou Reed Texte von höchster literarischer Qualität schrieb, dreht sich darum, wie Menschen, die ganz unten angekommen sind, in der Finsternis doch ein kleines Stück vom Glück erhaschen können.

Dire Straits: Dire Straits

Im Jahr 1977 gründeten der ehemalige Journalist und Lehrer Mark Knopfler und sein Bruder David eine Band, die schon wenige Monate später eines der überzeugendsten Debütalben der Rockgeschichte veröffentlichen sollte.

Die einfach "Dire Straits" genannte Platte mit der Hitsingle "Sultans Of Swing" schlug vor allem in den USA ein, und so wurden die Dire Straits eine der wenigen britischen Bands, die von Anfang an in Amerika deutlich größer waren als zu Hause. Stilsicheres Songwriting, eine komplexe, aber durchaus angenehme Mischung aus Rock, Blues, Folk und Jazz und vor allem Mark Knopflers virtuoses Spiel auf der Leadgitarre legten auf dieser Platte den Grundstein für die Karriere einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten.

The Police: Outlandos d’Amour

Die Musikpresse mochte die Platte nicht. Und die BBC boykottierte "Roxanne", weil es darin um eine Prostituierte ging, und "Can’t Stand Losing You" wegen Anspielungen auf Suizid. Die Kritiker bemängelten den wilden Stilmix aus Punk, Reggae, Funk und Rock, übersahen dabei aber, welch befreiende Wirkung auf die Musik es hatte, dass Sting, Andy Summers und Stewart Copeland mit den verschiedenen Musikstilen umgingen wie Kinder mit Lego: sich das nahmen, was ihnen gefiel, und es neu und anders als bisher bekannt wieder zusammensetzten. Erst einige Jahre später erfuhr das Album die Würdigung, die es verdiente.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-02 16:50:22
Letzte Änderung am 2018-08-07 14:19:49



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