• vom 10.08.2018, 20:31 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Miles Kane

Ein Gnadenschuss für den Britpop




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Stefanie Schermann

  • Wenn Miles Kane auf die Gitarrensaiten weint.

London. Nennt es "Glam Rock", "Indie" oder gar (bitte, nicht einmal im Scherz) "Punk" - Miles Kanes musikalische Ergüsse sind eindeutig tanzbarer Gitarrenpop. Für sein neues Album hat er sich Zeit gelassen: Fünf Jahre Songwriting-Material, verarbeitet in Jam-Sessions mit Lana Del Rey und Jamie T, ergeben ein Album, auf das niemand gewartet hat und das trotzdem kam. Aufgenommen wurde "Coup de Grace" (Virgin EMI) innerhalb von zwei Wochen im Studio in L.A. und zeigt damit, dass gitarrenlastiger Britpop nicht zwingend in Großbritannien produziert werden muss.

Kane schafft es nicht ganz, an die positiven Kritiken des 2016 erschienen "Everything You’ve Come to Expect" seines Zweitgigs "Last Shadow Puppets" anzuknüpfen. Gemeinsam mit Arctic Monkeys - Frontman Alex Turner gelang ihm da vor zwei Jahren ein elegantes zweites Album einer "Supergroup", um die es zuvor jahrelang still war.


Um den Charme von "Coup de Grace" zu erkennen, muss man mit zusammengekniffenen Augen hinter die Pop-Fassaden blicken - und wird dann doch manchmalfündig. Eingängige Gitarrenmelodien, denen am Ende aber doch das entscheidende Refrain-Riff zum Indiedisco-Hit fehlt, waren neben einer soliden Stimme immer schon Kanes große Stärke. Das Texten sollte er aber lieber "Last Shadow Puppets"-Kollegen Turner überlassen. Wenn Mr. Kane nämlich versucht, sein "Shavambacu" als verunglücktes "Je t’aime beaucoup" zu verkaufen, kann einen dann doch spontan die Lust überkommen, dem ganzen Album einen Gnadenschuss in die Tonne zu verpassen.




Schlagwörter

Miles Kane, Britpop

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-10 16:14:27



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. platz satz
  2. Judith Belfkih rückt in Chefredaktion auf
  3. Es braucht so wenig
  4. Durch diesen hohlen Abend muss er kommen
  5. Frau Kuk liegt im Sterben
Meistkommentiert
  1. Heilsamer Lernprozess
  2. ORF lagert seine Tagesschiene aus: Protest in der Redaktion
  3. ZiB-Moderator weist Vorwurf gefährlicher Drohung zurück
  4. Klamauk um ein Politfossil
  5. Neues ZiB-Moderationspaar gesucht


Quiz


"Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.

Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt. Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta.


Werbung