• vom 25.08.2018, 19:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Jazz-CD

Heitere Größe




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christoph Irrgeher

  • Ein Konzertmitschnitt von Erroll Garner aus dem Jahr 1964.



Jazzfans wissen es: Erroll Garner - das war der Mann, der die Ballade "Misty" geschrieben hat. Der Swingpianist mit dem notorischen Grinsen (1921-1977) hat für den Jazz aber weit mehr geleistet. Seine Handschrift machte ihn zu einem Unikum. Nur würdig und recht, dass ihn die Welt dieser Tage neu entdeckt: Soeben ist ein Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1964 veröffentlicht worden, der den US-Amerikaner auf der Höhe seiner Kunst zeigt.

Information

Erroll Garner
Nightconcert
(Mack Avenue Records)

Garner, hat ein Kritiker einmal gesagt, sei der Missing Link zwischen Swing-Pianist Fats Waller und Kauzkopf Thelonious Monk - das trifft den Nagel auf den Kopf und wird vom Auftritt in Amsterdam besonders stark bestätigt. Umrahmt von Bass und Schlagzeug, sprüht Garner nur so vor Spielwitz. Dabei setzt er seine typischen Mittel ein - ein verschlurftes Rubato und seine verzwirbelten Sololinien - , geht aber darüber hinaus. Garner leitet Standards mit abwegigen Intros ein, führt die Nummern hier und da auf völlig unverhoffte Pfade: "On Green Dolphin Street" etwa klappert in wenigen Minuten eine ganze Palette an Spielmöglichkeiten ab, stellt Bossa-Nova-Momente neben lyrische Kaskaden und leise Swing-Pointen. Am frappantesten vielleicht "Night And Day", völlig reharmonisiert und rhythmisch entrückt: Garner lässt das Original weit hinter sich, hält es im Kopf des Hörers aber präsent. Das ist große und dabei bestens gelaunte Kunst.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-23 14:56:44
Letzte Änderung am 2018-08-23 15:34:41



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Ich fühle mich wie ein Kind"
  2. Fifty Shades of Crash
  3. Die acht Perlen der Romy Schneider
  4. "Beleidigen ist zum guten Ton geworden"
  5. Erl stellt Kuhn kalt
Meistkommentiert
  1. Walter Hämmerle wird
    "WZ"-Chefredakteur
  2. "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer will "Gas geben"
  3. Drama um Daniel Küblböck
  4. Punkt! .
  5. Lamas! Überall Lamas!


Quiz


Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.


Werbung