• vom 01.09.2018, 10:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Dreifachkonzert statt Vierklang




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Von Gerald Schmickl

  • Sophie Hunger kommt mit ihrem neuen Album, "Molecules", für drei Auftritte nach Wien.

Eigenwillig, perfektionistisch - und auf großartig klingenden neuen Wegen unterwegs: die Schweizer Kosmopolitin Sophie Hunger.

Eigenwillig, perfektionistisch - und auf großartig klingenden neuen Wegen unterwegs: die Schweizer Kosmopolitin Sophie Hunger.© Marikel Lahana Eigenwillig, perfektionistisch - und auf großartig klingenden neuen Wegen unterwegs: die Schweizer Kosmopolitin Sophie Hunger.© Marikel Lahana

Kein Vierklang mehr. Auf allen (fünf) bisherigen Alben der Schweizer Singer/Songwriterin waren Songs auf Englisch, Französisch, Deutsch und Schwyzerdütsch enthalten. Auf "Molecules" singt Sophie Hunger nun durchgängig Englisch (von einem kurzen französischen Refrain und einer deutschen - auf Berlin, "Du deutsches Zauberwort", bezogenen - Zeile abgesehen).

Auch sonst hat sich auf Album Nummer sechs einiges verändert. Das Instrumentarium, bisher den vorherrschenden Genres Folk, Pop & Jazz traditionell zugeordnet und angepasst, ist nunmehr weitgehend elektronisch. Synthie-Sounds herrschen vor (wie etwa auf dem quicklebendigen "Tricks"), teils auch in minimalistischer, bisweilen düsterer Form.

Das entspricht - und Hunger ist darin wie in vielem anderen eine Perfektionistin - sehr genau der inhaltlichen Ausrichtung, die die (1983) geborene Bernerin (und in Zürich, Bonn und London Aufgewachsene) auf "Molecules" programmatisch vornimmt: "Ich wollte ein Vokabular haben, das die materielle Wirklichkeit meiner Welt widerspiegelt", erklärt die ansonst wenig Auskunfsfreudige in einer Presseaussendung. "Wenn klassische Singer-Songwriter-Vokabel mal bones, blood and birds waren, müssten das heute plastic, plutonium und particles sein."



Tatsächlich durchziehen Themen des Zerfalls - bis ins buchstäblich Molekulare und Atomare hinein - diese Platte, die nach einer Trennung entstanden ist, also auch einer Auflösung, und von Hunger komplett alleine in Berlin geschrieben und entworfen - und 2017 gemeinsam mit Produzent Dan Carey in London eingespielt und aufgenommen wurde.

Information

Sophie Hunger
Molecules

(Caroline International/Universal)



Trotz des etwas gar sachlichen Zugangs und der reduzierten Sounds stellt sich aber keineswegs ein Gefühl von Kälte oder Hunger-Leiden ein. Die Vorzüge der emotionalen Schweizerin kommen in diesem Gewande sogar noch besser und präziser zum Vorschein. Und es gibt einen leuchtenden Glutkern in all diesen desperaten Liedern, die mitunter zum Heulen schön sind.

Eigenwillig - wie Hunger selbst - sind diesmal die Live-Performances: In jeder Stadt gibt es mindestens drei aufeinander folgende Auftritte in drei locations. In Wien sind das: Grelle Forelle (11. 9.), Arena (12. 9.) und Porgy & Bess (13. 9.).





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-30 15:05:53
Letzte Änderung am 2018-08-30 17:37:30



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