• vom 06.09.2018, 12:30 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 06.09.2018, 13:02 Uhr

Pop

Friedenspfeifen und Widerständchen




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Von Andreas Rauschal

  • Paul McCartney ist wieder da. Am Freitag erscheint mit "Egypt Station" sein erstes Album seit fünf Jahren.



Zwischen Sanftmut und Allegorien auf politischen Wahnsinn: Paul McCartney.

Zwischen Sanftmut und Allegorien auf politischen Wahnsinn: Paul McCartney.© MPL/Mary McCartney Zwischen Sanftmut und Allegorien auf politischen Wahnsinn: Paul McCartney.© MPL/Mary McCartney

Erst vor zwei Monaten hat Paul McCartney seine eigentlichen Qualitäten als Elder Statesman des Pop und wandelndes Musikmonument mit Bassgitarre wieder im großen Stil erklärt. Der 76-jährige Ex-Beatle schafft es ganz einfach, seinen Jüngern und großen Teilen der Laufkundschaft ein gutes Gefühl zu vermitteln.

Information

Paul McCartney
Egypt Station
(Universal Music)

Man könnte jetzt auch als bitterer alter Mann daheim seine Wut auf die Welt kultivieren oder im alten Landgutstil eines "Sirs" in Karo auf vom Dienstpersonal vor die Büchse gejagte Waldtiere schießen. Harr! Aber warum, wenn man auch seinen Frieden mit den Umständen und sich selbst schließen und das Leben in vollen Zügen mit wesentlich freundlicheren Aktivitäten genießen kann? Ganz im Sinne der einst zum Mitsummen auf den Punkt gebrachten Zauberformel "Ob-La-Di, Ob-La-Da".

Live in Wien

Paul McCartney also hat sich mit James Corden, dem Host der "Late Late Show" auf CBS, in ein Auto gesetzt, mit ihm gemeinsam alte Beatles-Klassiker gesungen und in seiner alten Heimat Liverpool nicht nur einstige Stationen aus dem echten Leben und dem Werkkatalog wieder aufgesucht, sondern dort in einem Pub auch ein Überraschungskonzert gegeben.


Das brachte bis heute 31 Millionen Klicks auf YouTube und neben sehr vielen strahlenden Gesichtern auch das eine oder andere Freudentränchen als Vorbereitung darauf, dass bald die 22 Konzerttermine umfassende "Freshen Up"-Tour starten wird, im Rahmen derer man Paul McCartney am 5. und 6. Dezember auch in der Wiener Stadthalle zujubeln kann. Liebe Leute, dieses vorgezogene Weihnachtsgeschenk wird sehr teuer! Aber hallo, es steht dafür auch ein Mann auf der Bühne, der Pop seinerzeit in den schwingenden 60er Jahren erst miterfunden hat.

Mit "Revolver"-Equipment

Einen Anlass für eine Konzertreise braucht es in der Kategorie "Alte Helden" zwar ohnehin nie - und auch bei Paul McCartney hoffen wir alle doch sehr auf einen vergnüglichen Best-of-Reigen aus Beatles-Material und lediglich milden Beigaben einer durchwachsenen Solokarriere in den Folgejahrzehnten. Dennoch erscheint der Anlass in Form eines neuen Soloalbums mit dem Titel "Egypt Station" nun am morgigen Freitag.

Die 14 darauf während einer knappen Spielstunde gereichten Songs und zwei Instrumentalstücke entführen nicht nach Ägypten, steuern aber so ziemlich alle Stil-Bahnhöfe an, die man sich von Paul McCartney so erwarten kann. Zur sicheren Planung wurde als Reiseleiter der Produzent Greg Kurstin verpflichtet, den man aus dem Radio nicht zuletzt durch seine Arbeit für Adele kennt ("Hello"), und in einem Fall leider auch OneRepublic-Nervensäge Ryan Tedder. Der demonstriert mit einem dem Mainstream von heute hinterherhechelnden Desaster namens "Fuh You", das auf Ö3 trotzdem sehr beliebt sein wird, dass man junge Leute besser unter sich lassen soll.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-06 12:06:01
Letzte Änderung am 2018-09-06 13:02:51



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