• vom 07.02.2003, 00:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 02.03.2005, 08:41 Uhr

Musik

Experiment und Pop: Musik als Gesamtmedium begreifen




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Von Christian Rösner


    Werner Möbius ist Soundkünstler, Klangarchitekt, Elektronikmultiinstrumentalist, Musikproduzent, Komponist und Performer. Er arbeitet mit synthetischen Klängen, bzw. elektronischer Musik und das in den unterschiedlichsten Querverbindungen zur bildenden Kunst bishin zur Popmusik. Musikalische Offenheit wird hier zum Lebensprinzip. Ohne jeglichen Berührungsängste werkt Möbius in alle Spielarten der Musik hinein. Stile spielen dabei keine Rolle, es muss nur ansprechend sein.


    "Mittlerweile weiß ich, dass ich einfach Sounds mache und die deligiere ich in die verschiedenen Bereiche. Ich kann Klanginstallationen machen, aber auch genau so große Popsongs schreiben, weil die Herangehensweise immer dieselbe ist: Es geht um das Soundfile, das entsteht. Ein Popsong ist schließlich auch eine Art Klangskulptur, nur dass sich diese in einer strengeren und zeitlich begrenzteren Struktur befindet. Im Pop geht es darum, wie man Inhalte durch Oberflächen vermittelt Damit spiegelt man dann eine Kultur wieder. Und sogar im experimentellen Bereich kann es passieren, dass er plötzlich, wie der Pop, Breitenwirksamkeit erreicht", so Möbius in einem Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

    Zur Erklärung: Die Roots von Werner Möbius liegen im experimentellen Bereich, bzw. in der Verknüpfung von Musik mit bildender Kunst. Zahlreiche Projekte mit Künstlern wie Christoph Hinterhuber, Bernd Willinger, Paul Divjak bzw. mit Musikern wie Phillipp Quehenberger, Christoph Kurzmann, Roedelius u.a. unterstreichen das. Mit "Play the Tracks of" bedient Möbius zusammen mit Frenk Lebel den Pop-Bereich sehr erfolgreich - wurden Mitte der Neunziger "Play the Tracks of" doch als die heimischen "Pet Shop Boys" gehandelt.

    Werner Möbius betrachtet die Musik generell als Medium. Er sieht sich auch nicht als Instrumentalist, sondern vielmehr als "Musikmusiker"; jemand der mit Musik Musik macht.

    "Ich erarbeite in meinen Livesets eine Realzeitimprovisation. Von digitalen Soundquellen werden vorgefertigte Loops und Samples abgespielt, die durch verschiedene Filter ständig in Ihrer Form beinflusst werden. Gleichzeitig bediene ich mich einer speziell entwickelten ,Plastictube´ auf der analogen Ebene, mit der die entstehenden Soundarchitekturen im Raum eingesaugt und durch ein Mikrofon und Effekte verfremdet werden. Das ist aber kein auferlegtes Konzept, denn das Konzept liegt in mir. Letztlich entscheide ich als Künstler, was Kunst ist. Wenn ich ein beschränktes Equipment habe, höre ich mir die vorhandenen Sounds an und denke darüber nach, wo das Equipment eigentlich hin will. Das ist dann oft ein Experiment, denn ich schalte alle Geräte gleichzeitig ein, schneide das mit, schaue mir an, welche Sounds enthalten sind, formuliere diese später aus und baue die einzelnen Klänge wieder neu zusammen. Bei Play the Tracks of haben wir ein definitives Konzept: Die Popmusik. Da ist alles schon durchgespielt, es gibt hier auch nichts Neues mehr, aber genau das hat eine sehr befreiende Wirkung. Der Song dauert zweieinhalb Minuten, ist eine Aufeinanderfolge von Strophe und Refrain und trotzdem kommt es nur darauf an, was man hineinpackt. Die Schale alleine nützt einem gar nichts. Popmusik ist durch die leichte Verfügbarkeit von Produktionsmöglichkeiten via Computer ein demokratisches Instrument geworden. Jeder kann sie machen, aber nur wenige Songs sind gut. Die Qualität hat nichts mit dem Medium zu tun, sondern mit dem Künstler, der sich dieses Mediums bedient".

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    Schlagwörter

    Musik, Jazz

    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2003-02-07 00:00:00
    Letzte Änderung am 2005-03-02 08:41:00



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