• vom 17.11.2010, 18:19 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 17.11.2010, 18:20 Uhr

The Hidden Cameras und andere beim "Blue Bird"

Szenegrößen und Ungehörtes am Feste des Songs




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Andreas Rauschal

  • Wien. Der Begriff und das Berufsbild des Songwriters mögen sich im Laufe der Zeit stark verändert haben. Denkt man historisch an junge Männer mit Gitarre und Neigung zur Dichtkunst, so wird schon lange auch am Laptop mit Software gearbeitet: alles erlaubt, gar nichts verboten. Während uns Techno in den 90er Jahren tanzen machte und der DJ alsbald auf den Rang eines Gottes erhoben wurde, kam es über das sogenannte Folk-Revival aber auch zu einer Rückbesinnung auf den wertkonservativeren Ansatz.

Legende Grant Hart zu Gast in Wien. Foto: T. G. Piotrowski

Legende Grant Hart zu Gast in Wien. Foto: T. G. Piotrowski Legende Grant Hart zu Gast in Wien. Foto: T. G. Piotrowski

Irgendjemand ist immer der neue Bob Dylan. Siehe dazu das Singer/Songwriter-Genre und dessen prall gefüllte Produktpaletten.


Die Mannigfaltigkeit des Songs also auszuloten, hat sich die "Vienna Songwriting Association":www.songwriting.at verschrieben. Seit 2004 ist der engagierte Trupp um den ORF-Kulturjournalisten Klaus Totzler damit beschäftigt, Konzerte, Symposien und Workshops zu organisieren, die sich dem erzählerischen Song-Format als Träger der Popmusik widmen.

Traditionell kulminieren diese Bemühungen im Blue Bird Festival, das jährlich an drei November-Tagen im Porgy & Bess über die Bühne geht. Dessen Programm bietet wieder eine gelungene Mischung aus Szenegrößen und (noch) unbekannten Stimmen. Kennenlernen wird man etwa den Iren James Vincent McMorrow dürfen, der auf seinem Debütalbum "Early In The Morning" beseelt folkinfizierte Songs ausstellte, oder den lebensbejahenden Indie-Pop von The Go Find aus Belgien.

Neues Terrain

Während man sich über eine Wiederbegegnung mit Scout Niblett und deren charmant sprödem uvre freuen darf, wagen sich alte Bekannte auf neues Terrain vor: Joel Gibb und seine als Gay-Church-Folk-Music-Kapelle geschätzten Hidden Cameras haben exklusiv für das Festival ein Akustik-Set vorbereitet. Der im Fahrwasservon Antony and the Johnsons bekannt gewordene New Yorker Edel-Barde Scott Matthewwiederumstellt sein kammermusikalisch verziertes Gefühlskino zugunsten seiner mit Spencer Cobrin als Elva Snow vergleichsweise rauen Arbeit hintan.

Mit Grant Hart bringt das Blue Bird bereits am eröffnenden Donnerstag eine Legende nach Wien: Alleine an der Gitarre wird der Ex-Hüsker-Dü-Mann aus seinem vom Leben gezeichneten Werk schöpfen. Be there!

"Website Blue Bird Festival":www.songwriting.at

Siehe auch:

CD-Besprechung Grant Hart 'Oeuvrevue'

+++ CD-Besprechung Nina Nastasia 'Outlaster'



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-11-17 18:19:00
Letzte Änderung am 2010-11-17 18:20:00


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. b + s
  3. Harald Schmidt, Michael Niavarani und ihre Prostata
  4. Ein fast perfekter Mord
  5. Die neue Einstimmigkeit
Meistkommentiert
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. Die neue Einstimmigkeit
  4. ORF teilt TV-Sender gesellschaftlichen Gruppen zu
  5. Posthume Resterampe


Quiz


Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung