• vom 16.09.2016, 08:30 Uhr

Recht

Update: 16.09.2016, 11:35 Uhr

Beratung

Alles neu bei der Bilanz




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Daniela Heilinger und Gerhard Fremgen

  • Gastbeitrag: Das Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 wird mit den Jahresabschlüssen 2016 erstmals schlagend. Durch die Modernisierung des Bilanzrechts ergeben sich erhebliche Änderungen - die wichtigsten Fragen und Antworten.



Wien. Mit dem Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 (RÄG 2014) wurde die EU-Bilanzrichtlinie (2013/34/EU) in nationales Recht umgesetzt. Durch die Modernisierung des Bilanzrechts ergeben sich erhebliche Änderungen für den Jahresabschluss 2016. Mit den neuen Regelungen werden unter anderem nationale Bilanzierungsvorschriften an internationale Standards (IFRS) als auch an Bewertungen im Steuerrecht herangeführt. Doch die Herausforderungen stecken im Detail.

Das RÄG 2014 wird erstmals für Abschlüsse mit Regelbilanzstichtag 31. Dezember 2016 schlagend. Die Auswirkungen der neuen Vorschriften auf den Jahresabschluss 2016 können beachtlich sein und sind individuell zu analysieren. Spätestens jetzt besteht Handlungsbedarf und es sollten die Folgen der Änderung von Bewertungs- und Ansatzregelungen sowie der neuen Begriffsdefinitionen auf Bilanzkennzahlen, welche beispielsweise für Kreditverträge und Prämienvereinbarungen relevant sind, evaluiert werden.


Kernstücke der neuen Vorschriften sind die neuen Regelungen zur Bilanzierung von Rückstellungen und bei mittelgroßen und großen Gesellschaften die nunmehr verpflichtende Aktivierung der aktiven latenten Steuern. Etwaige Differenzbeträge zur bisherigen Bilanzierungspraxis können wahlweise im Jahr 2016 zur Gänze erfolgswirksam erfasst oder auf längstens fünf Jahre verteilt im Jahresabschluss berücksichtig werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten:


© fotolia/Wolfilser © fotolia/Wolfilser

Nach dem RÄG 2014 sind Umsatzerlöse ohne Rücksicht darauf zu ermitteln, ob sie für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit typisch sind oder nicht. Tendenziell wird es daher zu einer Erhöhung der Umsatzerlöse kommen. Da die Umsatzerlöse für die Bestimmung der Größenklassen relevant sind, können die Schwellenwerte früher überschritten werden. Weiterhin unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind jedoch beispielsweise Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen auszuweisen. Zusätzlich ist zu beachten, dass auch die Vorjahreswerte entsprechend der neuen Begriffsdefinition im Jahresabschluss 2016 darzustellen und daher anzupassen sind.



Unversteuerte Rücklagen, welche bislang lediglich aufgrund steuerrechtlicher Sondervorschriften in österreichischen unternehmensrechtlichen Jahresabschlüssen bilanziert wurden, werden im Jahresabschluss 2016 nicht mehr ausgewiesen. Sie sind - nach Abzug der latenten Steuern - direkt in die Gewinnrücklagen einzustellen, die Vorjahreswerte sind entsprechend anzupassen. Um negative steuerliche Konsequenzen aus der unternehmensrechtlichen Abschaffung des Bilanzpostens zu vermeiden, kann steuerlich eine Rücklage gebildet werden, welche gemäß den bisherigen Regelungen fortzuführen ist.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Schlagwörter

Beratung, Bilanzen, Steuern

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-09-15 16:05:14
Letzte Änderung am 2016-09-16 11:35:08


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Jüdische Buchhandlung wiedereröffnet
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. Ärztekammer drängt auf ambulante Sonderklasse
  4. Ski-Gondeln im Zillertal kollidiert
Meistkommentiert
  1. Kramp-Karrenbauer ist neue Vorsitzende
  2. Mehr als 1700 Festnahmen bei "Gelbwesten"-Proteste
  3. Köstinger bremst Hofer ein
  4. Aufbruch ins Ungewisse


Werbung