• vom 30.09.2016, 07:30 Uhr

Recht

Update: 30.09.2016, 14:14 Uhr

Registrierkassenpflicht

"Da kommt noch einiges auf uns zu"




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Von Nina Flori

  • Ab 1. April 2017 müssen Registrierkassen einen Manipulationsschutz haben. Steuerberater rechnen mit einer Arbeitsflut.


© Moritz Ziegler © Moritz Ziegler

Wien. Die meisten Unternehmer haben sich mittlerweile an die Registrierkassenpflicht gewöhnt. Nach der anfänglichen Skepsis fänden viele von ihnen die Registrierkassen sogar praktisch, sagt Eva Pernt, Steuerberaterin und Mitglied des Fachsenats der Dachorganisation für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsexperten in Österreich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Denn händisch geschriebene Rechnungen, sogenannte Paragons, gehören nun der Vergangenheit an. Die Steuerberater freuen sich zudem über ordentliche und leserliche Rechnungen, die sie ohne "Abschreib-Hürden" gleich weiterverarbeiten können. "Die Zeit, die wir dadurch gewinnen, können wir in die Beratung der Kunden stecken", sagt Pernt. "Da hat der Kunde mehr davon."

Die erste Runde der Registrierkassenpflicht ist somit über die Bühne gegangen. Anfang 2017 kommt allerdings eine neue Herausforderung auf die Betriebe zu: Denn ab 1. April 2017 müssen alle Kassensysteme zusätzlich über einen Manipulationsschutz, also eine technische Sicherheitseinrichtung, verfügen. Dadurch können einmal eingegebene Umsätze nicht mehr nachträglich gelöscht oder verändert werden. Zurzeit gilt dieses Erfordernis noch nicht. Unternehmen sind zwar verpflichtet, eine Registrierkasse zu benutzen, garantiert manipulationssicher sein muss sie allerdings nicht.


"Heißes Thema"
"Das wird ein heißes Thema im ersten Quartal 2017. Da kommt noch einiges auf uns zu", sagt Steuerberaterin Pernt. Denn die Branche rechnet damit, dass sie die Anmeldung der Registrierkassen beim Finanzamt für ihre Kunden übernehmen wird. "Wir fragen uns schon, wie wir den zusätzlichen Personalaufwand bewältigen werden. Es wird schwierig, nur für drei Monate qualifiziertes Personal zu finden", sagt Pernt. Wie genau die Verknüpfung mit dem Finanzamt aussehen wird, ist vielen Steuerberatern zudem noch unklar. "Da werden wir jedenfalls Hilfe brauchen", meint sie. "Bei Klienten, die schon bekannt sind und die schon eine Steuernummer haben, dürfte das Einpflegen nicht so kompliziert sein. Fraglich ist aber, wie es mit Unternehmern funktioniert, die gerade anfangen und noch keine UID-Nummer haben." Eine Steuernummer bekomme man nämlich nicht so leicht, die müsse genau geprüft werden.

Mit vielen offenen Fragen rechnet auch Markus Knasmüller, Vorsitzender der Experts Group Registrierkassen im Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer. Um Licht ins Dunkel zu bringen, wird die Kammer der Wirtschaftstreuhänder Informationskampagnen veranstalten, durch die die Steuerberater erfahren, wie die Anmeldung der manipulationssicheren Kassen funktioniert. Zudem soll es Lernvideos geben.

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Dokument erstellt am 2016-09-29 16:47:13
Letzte Änderung am 2016-09-30 14:14:04


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