• vom 10.05.2018, 15:51 Uhr

Recht

Update: 10.05.2018, 17:57 Uhr

Rechtskommentar

Geld mit gestutzten Flügeln




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Von Wolfgang Vogel

  • Am 1. Juni soll die EU-Zahlungsverkehr-Richtlinie umgesetzt werden. Eckpfeiler sind eine starke Kundenauthentifizierung und sichere Kommunikation.



Wolfgang Vogel studierte Rechtswissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft und Geschichte in Graz, Linz, Hagen (Westfalen), Milton Keynes (England) und Wien. Er ist derzeit für eine Unternehmensgruppe tätig, die sich bemüht, Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Wolfgang Vogel studierte Rechtswissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft und Geschichte in Graz, Linz, Hagen (Westfalen), Milton Keynes (England) und Wien. Er ist derzeit für eine Unternehmensgruppe tätig, die sich bemüht, Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren.© privat Wolfgang Vogel studierte Rechtswissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft und Geschichte in Graz, Linz, Hagen (Westfalen), Milton Keynes (England) und Wien. Er ist derzeit für eine Unternehmensgruppe tätig, die sich bemüht, Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren.© privat

Starke Kundenauthentifizierung und sichere Kommunikation: Das sind die Eckpfeiler der EU-Zahlungsverkehr-Richtlinie, die am 1. Juni 2018 in Österreich umgesetzt werden soll. Eckpfeiler, die eigentlich schon immer den Zahlungsverkehr bestimmt haben. Sie müssen aber jetzt in einer völlig anderen Umgebung, in einer Welt, die sich rasant verändert hat, eingeschlagen werden. Und die Banken haben schon längst das Monopol auf den Zahlungsverkehr verloren.

Im Grunde war es immer Vertrauen, das in den Zahlungsverkehr geworfen worden ist. Die Fugger oder die Welser bauten ein gewaltiges Netz an Vertrauten auf und konnten so sicher sein, dass die gewünschte Ware gekauft, die benötigte Dienstleistung bezahlt wird. Dazwischen wurde mit Empfehlungsschreiben kommuniziert. Man kann sagen, das Geld war in virtueller Form unterwegs, wie heute auch die Bitcoins oder alles Geld, das heute in rasender Form rund um den Erdball jagt. Am Anfang und am Ende dieser Reise steht das Vertrauen.

Kerngeschäft der Banken war einst, Spareinlagen zu verwalten

Die Banken strebten zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht unbedingt vehement ins Geschäft mit dem Zahlungsverkehr. Das Verwalten der Spareinlagen und das Begeben von Krediten war das Kerngeschäft - vielfach auch ideologisch verbrämt: Raiffeisen, Schulze Delitsch, et cetera. Der Zahlungsverkehr war eine Art Nebenprodukt. Geprägt von einem Misstrauen. Man wollte das Geld zunächst im eigenen Sektor halten, das erforderte Clearingstellen, um einen Übertritt in einen anderen Sektor sicher zu gestalten. Dies zog lange Überweisungszeiten nach sich und setzte die Bankenwelt dem immer wieder ärgerlich geleugneten Vorwurf aus, sie verdienten an dieser langen Zeitspanne. Unbestreitbar ist allerdings ein "Bodensatz", der bei diesen Kontobewegungen übrig bleibt und eigentlich niemandem so richtig gehört. . .

Die Zunahme des Fernreiseverkehrs in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts holte dann die Kreditkarte aus dem elitären Eck heraus. Hinter den neuen Mitbewerbern wie Diners und Amex standen zwar weiterhin die Banken, die diese neuen Instrumente im Wettbewerb einsetzten, der Zahlungsverkehr wurde damit aber kaum verändert. Moderne Kommunikationswege setzten sich vor allem in der Auslandszahlung durch, konnten allerdings nie so richtig die Vielseitigkeit der Western Union ersetzen. Immerhin "swiftete" jedoch die Auslandsüberweisung schneller als so manche Inlandszahlung.

Erste EU-Richtlinie brachte 2007 einen rechtlichen Rahmen




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-10 15:57:45
Letzte Änderung am 2018-05-10 17:57:37


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