• vom 21.06.2018, 15:28 Uhr

Recht

Update: 21.06.2018, 16:59 Uhr

Fußballrecht

Die Verrechtlichung des Fußballs schreitet voran




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Von Christoph Krones

  • Da es kein einheitliches "Fußballrecht" gibt, sind Verbandsregelwerke und das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch als Rechtsquellen heranzuziehen - und diese sind je nach Land verschieden.

Christoph Krones ist als Rechtsanwalt in Wien tätig. Im Bereich des Zivil- und Zivilverfahrensrechts zählt das Sport-, Verkehrs- und Reiserecht zu seinen Spezialgebieten.

Christoph Krones ist als Rechtsanwalt in Wien tätig. Im Bereich des Zivil- und Zivilverfahrensrechts zählt das Sport-, Verkehrs- und Reiserecht zu seinen Spezialgebieten.© privat Christoph Krones ist als Rechtsanwalt in Wien tätig. Im Bereich des Zivil- und Zivilverfahrensrechts zählt das Sport-, Verkehrs- und Reiserecht zu seinen Spezialgebieten.© privat

Die Fußballweltmeisterschaft in Russland ist im vollen Gange. Mittlerweile konnten wir schon, wie bei Großereignissen im Fußball üblich, die ein oder andere Überraschung erleben. Es bleibt abzuwarten, welche Mannschaft den Fifa-WM-Pokal am 15. Juli 2018 in Moskau in den russischen Himmel heben wird.

Die Voraussetzungen für eine so beliebte Sportart wie den Fußball sind, wie so oft, Regeln. Ohne Regeln wäre es sinnlos, ein Fußballspiel überhaupt anzupfeifen und auszutragen. Aber auch abseits des Platzes schreitet die Verrechtlichung des Fußballs immer schneller voran. Das hat sowohl mit der immer größeren Vermarktung wie auch mit der wachsenden Professionalisierung, vor allem des europäischen Fußballs, zu tun.


Spätestens seit 1995 und dem "Bosman-Urteil" des Europäischen Gerichtshofs ist Fußballfans die Bedeutung des Rechts im Fußball bewusst. Das wegweisende "Bosman-Urteil" besagt insbesondere, dass ein Profi-Fußballer innerhalb der Europäischen Union nach dem Ende seines Vertrages ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln kann. Abgesehen davon führte das "Bosman-Urteil" dazu, dass nationale Beschränkungen für Profisportler innerhalb der Europäischen Union weitestgehend abgebaut werden mussten.

Durch das Foul von Sergio Ramos (l.) an Mohamed Salah beim Finale der Uefa-Champions-League 2018 seien dem ägyptischen Volk physische und psychische Schmerzen zugefügt worden, so die Klagebegründung eines ägyptischen Anwalts.

Durch das Foul von Sergio Ramos (l.) an Mohamed Salah beim Finale der Uefa-Champions-League 2018 seien dem ägyptischen Volk physische und psychische Schmerzen zugefügt worden, so die Klagebegründung eines ägyptischen Anwalts.© ap/Efrem Lukatsky Durch das Foul von Sergio Ramos (l.) an Mohamed Salah beim Finale der Uefa-Champions-League 2018 seien dem ägyptischen Volk physische und psychische Schmerzen zugefügt worden, so die Klagebegründung eines ägyptischen Anwalts.© ap/Efrem Lukatsky

Auch wenn es kein einheitliches "Fußballrecht" gibt, sind die Verbandsregelwerke (Fifa, Uefa oder ÖFB) und das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) sowie unterschiedliche Materiengesetze (zum Beispiel Arbeits-, Unternehmens- oder Strafrecht) als Rechtsquellen im Fußballsport heranzuziehen. Die erwähnten Rechtsquellen und -gebiete haben in allen Bereichen des Fußballs ihre unterschiedliche Bedeutung.

Klage und Beschwerde
bei der Fifa nach Foul

Angefangen bei den Spielern, ihren Verträgen und arbeitsrechtlichen Situationen, worüber ich in meinem vorigen Beitrag in der "Wiener Zeitung" vom 1. Juni 2018 geschrieben habe, über die Vereine und deren wirtschaftliche Zielsetzung bis hin zu den Fans und deren Sicherheit im Stadion, spielen die rechtlichen Aspekte im Fußball eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Fußballfans dürften sich in diesem Zusammenhang an das Finale der Uefa-Champions-League 2018 zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid erinnern. Im Zuge dieses Spiels verletzte Sergio Ramos, Verteidiger des "weißen Balletts", den Stürmer der "Reds", Mohamed Salah, durch ein Foul, sei es beabsichtigt oder nicht, an der Schulter. Diese Verletzung hatte die Auswechslung von Mohamed Salah zur Folge, die den FC Liverpool in weitere Folge deutlich schwächte. Real Madrid gewann das Finale mit 3:1.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-21 15:34:35
Letzte Änderung am 2018-06-21 16:59:27


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