• vom 26.07.2018, 20:30 Uhr

Recht


Legal Tech

Der neue Werkzeugkasten für Juristen




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Von Sophie Martinetz und Sophie Werner

  • Was die Digitalisierung der Rechtsbranche eigentlich bedeutet und wie man diese schon jetzt nutzen kann.





Sophie Martinetz

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Mit Legal Tech, also der Digitalisierung der Rechtsbranche, wird eine ganz neue Ära eingeläutet. Obwohl der große Durchbruch noch kommen wird, gibt es auch schon jetzt Möglichkeiten, sich die Digitalisierung in der Anwalterei zunutze zu machen.

Die enge Definition von Digitalisierung ist die Umwandlung analoger in digitale Daten. Die durch das Internet geschaffene Möglichkeit der Allzeitverfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten wird im Rahmen der weiteren Definition beachtet. Legal Tech ist dabei der Werkzeugkasten für die JuristInnen. Er setzt sich aus den Wörtern Legal Services und Technology zusammen. Seit 2016 hat Legal Tech im praktischen Einsatz eine rasante Entwicklung genommen. Es muss aber nicht immer gleich künstliche Intelligenz sein und nur für große Kanzleien stemmbar, ein Anfang kann auch für kleinere Kanzleien im Digitalisieren der internen Prozesse gesehen werden.

Information

Zu den Autorinnen
Sophie Martinetz ist Gründerin und Leiterin und Sophie Werner Event Managerin von Future-Law, eine unabhängige Plattform für Legal Tech. 

Sophie Werner

Sophie Werner© privat Sophie Werner© privat

Man definiert grob drei Stufen der Digitalisierung: interne Effizienzen, neue Prozesse und neue, digitale (Geschäfts-) Modelle. Die digitalen Arbeitsabläufe bis hin zum vollkommen digitalen Geschäftsmodell kann man sich pyramidal aufgebaut vorstellen. Auf der untersten Stufe befindet sich die Informationstechnik-Infrastruktur, die eine robuste Basis zum Aufstocken bietet. Darauf aufbauend in der zweiten Ebene der Digitalisierungspyramide stehen die internen Effizienzen, in der Kanzlei meist Kanzleisoftware und digitaler Kalender. Die Digitalisierung aller Prozesse wie Vertragsmanagement oder automatisierte Vertragserstellung ist die Stufe direkt unter dem digitalen Geschäftsmodell, der Spitze der Pyramide.

Für die Digitalisierung sind folgende juristische Inhalte geeignet:

Statische Experteninhalte: Das sind allgemeine Inhalte, es gibt keine Anpassung für den Einzelfall. Diese Systeme sind meist komplex und direkt für den Gebrauch durch Juristen gebaut. Sie stellen das Fachwissen für die professionelle Arbeit zur Verfügung und sind zum Beispiel Rechtsdatenbasen wie RDB, LexisNexis 360 oder das eigene Geschäftsmodell aosphere von Allen& Overy.

Expertensysteme dienen der automatischen Ermittlung von Ergebnissen für den Einzelfall, abhängig vom individuellen Sachverhalt. Eine (manchmal durchaus komplexe) juristische Prüfung läuft im Hintergrund ab. Expertensysteme zielen darauf ab, die Komplexität für den Anwender zu reduzieren. Ein Beispiel dafür in Österreich ist der CMS Arbeitsrechtscheck in Deutschland.

Bei Deep Learning Systems werden relevante Sachverhalt automatisch ermittelt, etwa aus vorhandenen Dokumenten. Die Auswertung des Sachverhalts erfolgt nach klaren juristischen Ergebniskriterien und durch Mustererkennung in großen Datenmengen. Diese Anwendungen bieten Kira, Leverton, LawGeex und sogenannte Outcome Prediction Systeme.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-26 17:23:19
Letzte Änderung am 2018-07-26 18:25:35


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