• vom 18.10.2018, 17:15 Uhr

Recht


Die Rechtsbranche wird digital

Was die Digitalisierung den einzelnen Rechtsabteilungen bringt




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Von Sophie Martinetz

  • Eine aktuelle Studie zeigt: 86,6 Prozent der Rechtsabteilungen verfügen noch über keine Digitalisierungsstrategie.

Bis Ende dieses Jahres erscheint an dieser Stelle jeden letzten Freitag im Monat eine Kolumne eines Experten der Plattform Future-Law zum Thema Legal Tech.

Bis Ende dieses Jahres erscheint an dieser Stelle jeden letzten Freitag im Monat eine Kolumne eines Experten der Plattform Future-Law zum Thema Legal Tech. Bis Ende dieses Jahres erscheint an dieser Stelle jeden letzten Freitag im Monat eine Kolumne eines Experten der Plattform Future-Law zum Thema Legal Tech.

Die Digitalisierung ist gekommen, um zu bleiben. Auch in den Unternehmen und bei deren Rechtsabteilungen ist diese ein hoch relevantes Thema, wie die aktuelle Studie "Die Zukunft der Rechtsabteilung" (https://future-law.at/rechtsabteilungen/) zeigt.

83,4 Prozent schätzen den Einfluss der Digitalisierung auf ihr Tätigkeitsfeld stark bis äußerst stark ein, 65 Prozent schätzen den Einfluss auf den Erfolg stark bis äußerst stark ein. Aber zeitgleich verfügen 86,6 Prozent der Rechtsabteilungen noch über keine Digitalisierungsstrategie. 23,3 Prozent aller Befragten arbeiten daran.


Die Herausforderung ist nicht der Abbau von Arbeitsplätzen, sondern die Bewältigung von immer mehr Aufgaben mit demselben Personalstand. Was wünschen sich Rechtsabteilungen von Legal Tech? Sie erhoffen sich Effizienzsteigerung, Zeitersparnis, Vereinfachung der Arbeitsabläufe und Qualitätssteigerung. Den höchsten Bedarf erkennen die Juristen für ihre Rechtsabteilungen im mobilen Zugriff inklusive Bearbeitungsmöglichkeit (93 Prozent), Dokumentenmanagement und -auffindbarkeit außer Office (92) und Rechtsdatenbanken (89). Dazu sind die grundlegenden Werkzeuge bereits angekommen: Research Tools wie Rechtsdatenbanken, Mobiler Zugriff auf Dokumente und Cloud-Dienste zur Speicherung. 83,3 Prozent können sich vorstellen, einen Digitalen Assistenten für die Recherche einzusetzen. Mit unternehmensinternem Chat, Digitalem Assistent auf Unternehmenswebseiten (Chatbot) und einer Kommunikationsplattform mit Anwälten ist bald zu rechnen.

Kaum benutzt werden noch eBilling, Legal Marketplaces (etwa Tools zur Online-Vergabe von Aufträgen) sowie die Verlinkung zu passenden Gesetzestexten und Entscheidungen. Künstliche Intelligenz zur Analyse und Aufbereitung großer Datenmengen bei Transaktionen wird eher von RechtsanwältInnen bezogen.

Folgende Tools werden den Arbeitsalltag erleichtern: Auf Platz 1 liegt das Datenmanagement (65 Prozent), gefolgt von der Organisation großer Datenmengen (39,2) und innerhalb der Rechtsabteilung (37,5).

Die größte Gefahr durch die Digitalisierung sehen die Teilnehmer in der Fehleinschätzung von Rechtsfragen durch automatisierte Prozesse und fehlendes Know-how der Mitarbeiter. Knapp gefolgt von Datensicherheit und Cyberkriminalität.

Was ist den Befragten nun in der Zusammenarbeit mit Anwälten künftig wichtig? Die zügige und kosteneffiziente Bearbeitung (91 Prozent), kurze Reaktionszeiten (90) und die Expertise (89). 13,1 Prozent ihres Rechtsabteilungsbudgets werden für Digitalisierungsstrategie und 10 Prozent für die Eigenentwicklung von Legal-Tech-Tools geplant. Insgesamt sehen mehr als 90 Prozent die Digitalisierung als Chance, nicht als Bedrohung. Das ist einmal ein guter Anfang.




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Dokument erstellt am 2018-10-18 17:24:51



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