Vermessungen

Der umjubelte Einzug von Tomáš Garrigue Masaryk, dem Staatengründer der Tschechoslowakei, 1918 in Prag. - © ullstein bild - Lebrecht Music & Arts Photo Libr

Geschichte

Gemeinsamkeiten und Brüche21

  • Österreicher und Tschechen teilen manch politisches Schicksal, gingen nach 1918 aber massiv getrennte, teils konfrontative Wege. Ein historischer Überblick.

Es ist mittlerweile Teil eines Narrativs geworden, Österreicher und Tschechen als ein Volk mit zwei Sprachen zu bezeichnen. Auch wenn dahinter das Bemühen steht, das des Öfteren getrübte nachbarschaftliche Verhältnis rund um die Themen "Bene" und "Temelin" zu verbessern, so teilen sich beide doch ein oft gemeinsames politisches Schicksal... weiter




War ein Theoretiker der ideologischen Unterwerfung des Subjekts - und verstand sein Leben als Selbstzerstörungsprozess: Louis Althusser (1918-1990), hier im Jahr 1978. - © Gamma-Rapho via Getty Images

Philosophie

Klassenkampf in der Theorie17

  • Zum 100. Geburtstag des französischen Philosophen Louis Althusser, der zentralen Figur in der geistigen Nachkriegsgeschichte des Landes.

"Von Anfang an habe ich mich hinsichtlich der Philosophie unwiderruflich in einer kritischen, ja destruktiven Position gesehen", schrieb Louis Althusser in seinem autobiografischen Text "Die Zukunft hat Zeit". Der akademischen Philosophie stand er kritisch gegenüber. In seinem vor kurzem in deutscher Sprache publizierten Werk "Einleitung in die... weiter




Gerhard Richters Bild "Tante Marianne" (das 2005 bei Sotheby’s versteigert wurde und nun als Dauerleihgabe in Dresden hängt), dessen Geschichte Eingang in "Werk ohne Autor" fand. - © Sotheby's Handout / EPA / picturedesk.com

Film

Aufmerksamkeit garantiert3

  • Über biografische Wirklichkeit in Filmen, am Beispiel von "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck.

Was für ein Film! Der österreichische Komponist Alban Berg (1885-1935) schwängert zuerst die Haushälterin seiner Eltern und heiratet dann eine Sängerin, die eine uneheliche Tochter des Kaisers Franz Joseph I. sein soll. Er verkehrt gesellschaftlich mit den kulturellen Größen seiner Zeit - dem Maler Gustav Klimt, dem Schriftsteller Peter Altenberg... weiter




Probesitzen für den Mondflug: Die Männer der Apollo 8 in einem Kapselmodell ohne Innenausstattung ("Boilerplate" genannt). - © NASA

Raumfahrt

Schiffe für die Mondreise7

  • 1968 war auch ein wichtiges Jahr in der Raumfahrt: Vor 50 Jahren begann die Apollo-Ära - mit einer kleinen Meuterei und einem legendären Foto.

Eineinhalb Jahre lang war das Wettrennen zum Mond unterbrochen. Die beiden Weltraummächte USA und UdSSR mussten sich erst von den Katastrophen des Vorjahrs erholen: Im Jänner 1967 verbrannten drei Astronauten bei einem Bodentest der nagelneuen Apollo 1. Nun hat man die Verkabelung des Schiffs verbessert, entzündbares Material reduziert... weiter




Zeitgenossen

internationale Küche

"Ein Menü ist wie eine Oper"9

  • Spitzenkoch Max Natmessnig über Nachhaltigkeit und wie das Internet die Gastronomie beeinflusst.

"Wiener Zeitung": Herr Natmessnig, warum sind Sie Koch geworden? Max Natmessnig: Das war ein Kindheitstraum. Niemals wäre für mich ein anderer Beruf in Frage gekommen. Also besuchte ich nach der Matura die Wiener Tourismusschule "Modul". Mein Glaube, dort spitzenmäßig kochen zu lernen, wurde aber schwer enttäuscht... weiter




"Was uns verbindet? - Es ist das Ehrliche, wir müssen nicht herumeiern": Christian (l.) und Wolfgang Muthspiel. - © Robert WimmerInterview

Seelenverwandte

"Ein Konzert ist mehr als die Summe von Stücken"16

  • Die Brüder und Musiker Christian und Wolfgang Muthspiel über ihre besondere Beziehung von Kindheit an.

"Wiener Zeitung": Als ich Sie gefragt habe, wen Sie sich für diese Interviewreihe als Gesprächspartner wünschen, haben Sie sofort Ihren Bruder Wolfgang genannt. Worauf baut diese besondere Beziehung zu Ihrem jüngeren Bruder auf? Christian Muthspiel: Jede Familie ist ja ein eigener Organismus. Wir sind vier Kinder, ich bin der Drittgeborene... weiter




"Wir müssen wieder lernen, unterschiedlicher Meinung zu sein. Es ist zwar der erste Impuls, nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Doch dann entdeckt man plötzlich Unterschiede – und das ist gut so!" - © Bernard GalewskiInterview

Interview

"Ich will keine Revolution, sondern Experimente"16

  • Oxford-Historiker und Philosoph Theodore Zeldin über Rebellentum und unnütze Achtsamkeitsübungen.

"Wiener Zeitung": Herr Zeldin, sind Sie ein Rebell? Theodore Zeldin: Ja. Ich habe gegen die traditionelle Bildung an der Universität rebelliert. Zu viel Spezialisierung tut den Hochschulen nicht gut. Junge Menschen gehen an die Universität, um das Leben besser zu verstehen. Hier in England sind immer mehr junge Menschen von der Universität... weiter




Geschichten

"Aber heuer, wenn du irgendwo anrufst und sagst, du brauchst Birnen, fragen sie dich: zehn oder hundert Tonnen?" - © Rebhandl

Schnapsbrennen

Ein Stamperl von der Streuobstwiese9

  • "Nach zwanzig Jahren Brennen lässt du jedes Jahr einen Fehler weg, und ein neuer kommt dazu": Besuch bei einem Schnapsbrenner in Oberösterreich.

Rechtzeitig zum Ende des Sommers lädt mich ein Freund in sein kleines Voralpenhäuschen ein, auf dem "ad rem", also "auf der Sache", ein altes "Maria-Theresien-Privileg" liegt. Dies ist ein Sammelbegriff für eine Fülle von Einzelbegünstigungen aus... weiter




- © Cartoon: Jugoslav Vlahovic

Literatur

Verschränkte Welten4

  • Der Wechsel zwischen der deutschen Vatersprache und der kroatischen Muttersprache: ein neues Lied, das man anstimmte, um den Gesetzen eines anderen Denkens und Fühlens zu folgen.

Einmal, vielleicht, wurde ich von einer Pressefrau gefragt, was mir "auf Anhieb zum Thema Sprache" einfalle. "Auf Anhieb nichts", gab ich zur Antwort, und dachte dabei an den Filmtitel "Bei Anruf Mord", vielleicht, weil er die gleiche Silbenzahl hat... weiter




Trafen sich in ihrer Intensität: Jacques Brel (1929-1978), links im Bild, und Édith Piaf (1915-1963). - © Jacques Citles/Roger Viollet/picturedesk.com (links), Heinz Röhnert/SZ-Photo/picturedesk.com

Musikgeschichte

Gesellschaftskritik und Liebesleid10

  • Sie wurde vom Vorstadtmädchen zum Pariser Chanson-Star, er entsprang dem belgischen Bürgertum und empfand Hassliebe für seine Heimat: Édith Piaf und Jacques Brel starben vor 55 bzw. 40 Jahren.

Ihre Wege kreuzten sich nicht, und auch musikalisch haben sie, abgesehen von der vagen Definition des "Chanson", nicht viel gemein. Sie, das von Schicksalsschlägen gebeutelte Skandalmädchen, das der Liebe hinterherlief... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Gemeinsamkeiten und Brüche
  2. "Ein Menü ist wie eine Oper"
  3. Ein Stamperl von der Streuobstwiese
  4. Klassenkampf in der Theorie
  5. "Ein Konzert ist mehr als die Summe von Stücken"
Meistkommentiert
  1. Gemeinsamkeiten und Brüche
  2. "Ein Menü ist wie eine Oper"