Vermessungen

Kurt Moldovan: Venedig, "Blick auf die Punta della Dogana", 1977. - © Courtesy of Galerie bei der Albertina. Zetter, Wien.

Kunst

Welttheater und Farbenzauber1

  • Kurt Moldovan brillierte als politisch-phantastischer Zeichner und sinnlicher Aquarellist. Am 22. Juni jährt sich sein Geburtstag zum 100. Mal.

"Zeichnen war sein Wesen, Verwesentlichen durch Zeichnen dessen ausdrücklicher Drang. Wenn sich ihm die jeweils einprägsame Gestalt nicht aufzwängte, (. . .) entspannte er sich beim mehr gemütlicheren Aquarellmalen in freundlichen Farben. Wenn er aber zeichnete (immer lieber, je älter er wurde), war er der energetische Gestalter wie eh und je... weiter




In Erinnerung an Luther nagelten am Reformationstag im Oktober 2017 Wissenschafter eine Petition ans Tor der renommierten London School of Economics, die 33 Thesen gegen die gängige Wirtschaftstheorie enthält. Der Soziologie gebührte Ähnliches. - © rethinkeconomics.org

Soziologie

Bürokratie hält uns zusammen2

  • Viel zu lange haben falsche Gesellschaftstheorien den Ton angegeben. Das Ergebnis ist Orientierungslosigkeit. Dabei hätte die Soziologie gültige Antworten parat.

An die Tore der Hochburg der neoliberalen Wirtschaftsgesinnung, auf dem Haupteingang der London School of Economics, hat im Oktober 2017 eine Gruppe von Studenten, Vertretern internationaler Forschungsinstitute und Professoren eine Petition, bestehend aus 33 Punkten, genagelt, wonach die Ökonomie als solche unbrauchbar sei... weiter




In der marxistischen Theorie verankert: Aníbal Quijano (1928-2018) - © gemeinfrei / Carlo Pozo

Soziologie

Die Kolonialität der Macht

  • Zum Tod des peruanischen Soziologen Aníbal Quijano, der im Diskurs über kulturelle Abhängigkeiten ein zentraler Vermittler war.

In Lateinamerika ist der Kolonialismus lange vorbei. Die meisten Länder des Subkontinents erkämpften in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre Unabhängigkeit - zumindest in adminis-trativer Hinsicht. Viele Effekte der kolonialen Herrschaft allerdings leben fort, auch lange nach Beendigung der militärischen Besatzung... weiter




Der österreichische Biologe, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Franz M. Wuketits (1955–2018).

Nachruf

In memoriam Franz M. Wuketits20

Ein guter Redner weiß, dass er um seine Zuhörer werben muss. "Es ist Sonntagnachmittag", sagt er, "da hätten Sie vielleicht auch Besseres zu tun als mir zuzuhören, ich werde mir also Mühe geben, Sie nicht zu langweilen." Allerdings muss dieses Versprechen auch eingehalten werden. Deshalb spricht der gute Redner frei, temperamentvoll und gestenreich... weiter




Zeitgenossen

Interview

"Viele sprechen mit ihren Autos"3

  • Sabine Theresia Köszegi, Vorsitzende des Rats für Robotik, über die Kommunikation von Maschinen und Menschen - und mögliche soziale Auswirkungen.

"Wiener Zeitung: Sie sind Professorin für Arbeitswissenschaft und Organisation, einer Ihrer Forschungsschwerpunkte ist Konfliktlösung in Verhandlungen. Haben Sie den Vorsitz im Robotikrat übernommen, weil das so ein umstrittenes Gebiet ist? Sabine Theresia Köszegi: Das könnte vielleicht eine Rolle gespielt haben... weiter




"Kompromissfindung in der Politik erfordert mehr Geduld", meint Philippe Narval, und dass "Entwicklungsprozesse einfach Zeit brauchen." - © Apa/Georg Hochmuth

Demokratie

"Mit Emotion alleine kommen wir nicht weiter"10

  • Philippe Narval, Geschäftsführer des "Europäischen Forum Alpbach", über die Krise der Demokratie - und wie man sie seiner Meinung nach durch eine vermehrte, gut organisierte politische Bürgerbeteiligung überwinden könnte.

Wiener Zeitung: Herr Narval, Sie sind 1977 geboren. Die Revolte der 1968er haben Sie nicht miterlebt. Wäre das eine spannende Zeit für Sie gewesen? Philippe Narval: Spannend war sie gewiss und wichtig, denn sie erbrachte große reformatorische Leistungen und erfüllte viele legitime Forderungen der gesellschaftspolitischen Mitte... weiter




Soziologe Harald Welzer: "Was mir keinen Spaß macht, wäre, meine eigene Bauchrednerpuppe zu sein . . ." - © Luizia Puiu

Interview

"Wir dienen den Maschinen"49

  • Der Soziologe Harald Welzer über die Zumutungen digitalisierter Arbeits- und Lebenswelten und neue Abhängigkeiten.

"Wiener Zeitung": Stimmt es, dass Sie kein Smartphone haben? Harald Welzer: Natürlich. Meine Zeit ist mir zu schade, um mich mit Dingen zu befassen, die für mein Leben völlig uninteressant sind. Ich habe auch keine Social- Media-Accounts und bin stolz darauf, noch keinen einzigen "Shitstorm" mitbekommen zu haben... weiter




Geschichten

Paloma Novaes vor einer Graffitiwand, die neben anderen Opfern auch ihren getöteten Sohn Benjamin zeigt. "Ich will aus diesem Albtraum erwachen", sagt die Mutter. - © Lichterbeck

Rio de Janeiro

Die verlorenen Kugeln von Rio4

  • In Rio de Janeiro herrscht Krieg zwischen Drogenbanden und Polizei. Die größte Gefahr geht dabei von Querschlägern aus, die oft Unschuldige treffen - darunter erschreckend viele Kinder.

Benjamin Novaes starb an einem Freitag gegen 19 Uhr an einer Zufahrt zu der Favela Nova Brasília. Seine Mutter, Paloma Novaes, war mit ihren beiden Kindern gerade aus dem Bus gestiegen, sie kam von der Arbeit als Putzfrau und wollte ihre Mutter... weiter




Koloniales Erbe in Limas Altstadt. - © Villachica

Peru

Vertraute Fremde6

  • Unsere Autorin reist mit ihrem Vater durch sein Heimatland Peru: Auf den Spuren ihrer Familie, der Entwicklung des Landes - und mit Fragen nach ihrer Identität im Gepäck. Die Geschichte einer Annäherung.

Ein Gräberfeld in Limas Stadtteil La Molina. Mein 78 Jahre alter Vater kniet vor einer kleinen Steinplatte mit dem Namen und den Lebensdaten seiner Mutter. Er füllt eine Vase mit Wasser, stellt einen frischen Blumenstrauß hinein - das war’s... weiter




Mütterliches Schraubenset: Sechskantmutter, Vierkantmutter, Hutmutter, selbstsichernde Mutter, Flügelmutter (von oben). - © cc/wikipedia

Sprachbilder

Erdbeermal und Göttergabe3

  • Die archetypische Symbolik der Mutter findet in allen Kulturen auch ihren sprachlichen Niederschlag. Streifzug durch eine opulente Metaphorik.

Sie schillern in allen Farben, sie sind mächtig und zum Teil sehr alt: die Rede ist von den bildlichen Vorstellungskreisen, die sich mit der Mutter verbinden. Als Archetyp ist nach C. G. Jung ja bereits die Urmutter im kollektiven Unbewussten... weiter





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