• vom 13.11.2018, 21:29 Uhr

Stadt & Land


Gastkommentar

Mehr Grün rund um Wien




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Von Michael Maxian

  • Eine 125 Jahre alte Idee eines "Grünen Ringes" um die österreichische Hauptstadt erlebt eine Wiederbelebung.
  • Der Raum um Wien hat eine entsprechende Regionalplanung auch dringend nötig.




© donauauen.at/Baumgartner © donauauen.at/Baumgartner

Wien. Vor kurzem hat Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf das Projekt eines "Grünen Ringes" rund um Wien vorgestellt. Damit wird eine Planungsidee wieder aufgegriffen und erheblich weiterentwickelt, die heuer ziemlich unbemerkt ein stolzes Jubiläum feiert: Sie ist 125 Jahre alt geworden.

1893 propagierte Eugen Fassbender die Schaffung eines "Volksringes" in Wien. Ein durchgehendes Band an Grünflächen sollte den Rand der städtischen Bebauung einsäumen und sowohl zur Verbesserung der Luftqualität als auch zur Erholung der Wiener Bevölkerung beitragen. Anlass für Fassbenders Planungsvorschlag war ein städtebaulicher Wettbewerb, den die Stadt Wien ausschrieb und der zu einem Generalregulierungsplan führen sollte.

Fassbenders Idee wurde von der Wiener Stadtplanung aufgegriffen und zum "Wald- und Wiesengürtel" weiterentwickelt, der international viel Beachtung fand und trotz wechselvoller Geschichte immer noch ein wesentliches Element für die städtebauliche Entwicklung Wiens bildet.

Als Planungsinstrument konnte sich der Wald- und Wiesengürtel allerdings nur auf das Wiener Stadtgebiet beschränken. Das war bald zu wenig. Denn schon in der Zwischenkriegszeit hatte die vorrückende Be- und Zersiedelung die Stadtgrenze überschritten, und ab den 1960er Jahren setzte im Wiener Umland eine rasante Verstädterung ein, bei der die Wiener Stadtgrenzen innerhalb eines zusammenhängenden Ballungsraumes gar nicht mehr sichtbar wurden. Die Bemühungen, nun auch auf niederösterreichischem Gebiet Grünflächen zu sichern, sind durch viele Bausteine geprägt (Verordnung von Landschaftsschutzgebieten; Einrichtung eines Erholungsvereins; Konstituierung der Planungsgemeinschaft Ost; gemeinsam mit Wien erarbeitete Deklaration zum Schutz des Wienerwaldes), die schließlich 1990 in einem Regionalen Raumordnungsprogramm mündeten, welches neben anderen Festlegungen auch Siedlungsgrenzen für Baulandwidmungen in sensiblen Gebieten enthielt. Solche Siedlungsgrenzen müssen von Gemeinden bei ihrer örtlichen Raumordnung berücksichtigt werden und sind dadurch ein relativ wirkungsvolles Instrument zur Freihaltung von Grünflächen.

Die Wiederentdeckung der Grünflächen

Inzwischen sind jedoch fast drei Jahrzehnte verstrichen. In dieser Zeitspanne hat das Gebiet rund um Wien eine enorme Entwicklung erlebt. Der Druck nach Wohngebieten, Betriebsstandorten und Infrastruktureinrichtungen war jedenfalls stärker als die Beharrungskraft land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen; außerdem zeigten sich Grenzen in der Kapazität natürlicher Ressourcen (wie zum Beispiel die Belastbarkeit der Vorfluter) sowie auch bei der Realisierbarkeit von Infrastrukturprojekten. Es bedarf wohl keiner besonderen Erläuterung, dass unter diesen Gegebenheiten eine Generalüberholung der Raumplanung für das Gebiet rund um Wien sinnvoll und berechtigt ist.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-13 16:16:18
Letzte Änderung am 2018-11-13 16:25:33


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