• vom 20.11.2018, 16:32 Uhr

Stadt & Land

Update: 20.11.2018, 17:24 Uhr

Bezirksspitälter

Vielfältige Spitalslandschaften




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Von Matthias Nagl

  • Die Regionalspitäler befinden sich im Umbruch. Das zeigt sich in Tirol und Salzburg besonders deutlich.

Skiunfälle sind ein Grund, weshalb das Bezirksspital in St. Johann nahe Kitzbühel als einziges Bezirkskrankenhaus in Tirol schwarze Zahlen schreibt.

Skiunfälle sind ein Grund, weshalb das Bezirksspital in St. Johann nahe Kitzbühel als einziges Bezirkskrankenhaus in Tirol schwarze Zahlen schreibt.© apa/G. Hochmuth Skiunfälle sind ein Grund, weshalb das Bezirksspital in St. Johann nahe Kitzbühel als einziges Bezirkskrankenhaus in Tirol schwarze Zahlen schreibt.© apa/G. Hochmuth

Innsbruck/Salzburg. Dank der Reform der Krankenkassen ist Österreichs Gesundheitssektor aktuell leidenschaftliches Gesprächsobjekt. Auch abseits des Vorhabens der Regierung ist die Gesundheitsversorgung in einigen Bundesländern im Umbruch. Das betrifft besonders den Spitalsbereich. Tirol und Salzburg weisen regionale Besonderheiten auf.

Tirol ist das letzte Bundesland, in dem die Versorgung abseits des Zentralraums überwiegend in Bezirksspitälern erfolgt. Diese Spitäler werden vor allem von regionalen Gemeindeverbänden geführt, und zwar in den Bezirken Osttirol, Schwaz, Kitzbühel, Kufstein und Reutte.


Salzburg integrierte im vergangenen Jahrzehnt den Großteil kleinerer Gemeindespitäler in die Landeskliniken. Nur das Krankenhaus Oberndorf bei Salzburg besteht weiter - als zusätzlicher Sonderfall. Es ist österreichweit das einzige Krankenhaus, das als Public Private Partnership (PPP) mit einem privaten Partner betrieben wird. Und das soll auch so bleiben. "Eine Übernahme des Krankenhauses Oberndorf ist kein Thema", sagt der für die Landeskliniken zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl von der ÖVP.

Das abgesehen von Oberndorf einzige Gemeindespital steht ebenfalls im Westen, in Vorarlbergs größter Stadt Dornbirn. Auch das Krankenhaus Dornbirn wird auf absehbare Zeit eigenständig bleiben. Der zuständige Vorarlberger Landesrat Christian Bernhard sagte in einer Anfragebeantwortung 2016: "Eine Übernahme des Krankenhauses Dornbirn ist nicht angedacht."

In Tirol gibt es dagegen Überlegungen zu einer Eingliederung der Bezirksspitäler in eine Landesholding. Die Tiroler SPÖ fordert das seit Jahren. Die Landeshauptmannpartei ÖVP steht einer Holding skeptisch gegenüber. Der zuständige Landesrat Bernhard Tilg sagt: "Das Allheilmittel ist eine Spitalsholding nicht." Das Land Tirol könne den Gemeinden die Spitäler nicht einfach wegnehmen, und in den Gemeindeverbänden, die die Bezirksspitäler betreiben, gebe es kaum den Wunsch einer Übernahme.

Die Diskussion ist im Frühjahr in Tirol aufgrund der Betriebsabgänge der Tiroler Spitäler wieder aufgekommen. Nach einem Abgang von 67,3 Millionen Euro im Jahr 2016 waren es 2017 60,3 Millionen. Der Großteil davon entfällt zwar auf die Landesspitäler, von den Bezirksspitälern schrieb 2016 aber nur eines keine Verluste.

Tilg möchte die steigenden Kosten anders als mit einer Spitalsholding in den Griff bekommen. Turnusmäßig überarbeitet das Land aktuell den Tiroler Spitalsbettenplan. Da wird es gegenüber den aktuell genehmigten 4200 Betten wohl zu Reduzierungen kommen. Dazu sollen Abteilungen zusammengelegt werden und Primärversorgungszentren ausgebaut werden, um die Krankenhäuser zu entlasten.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-20 16:43:25
Letzte Änderung am 2018-11-20 17:24:54


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