• vom 20.11.2018, 20:36 Uhr

Stadt & Land


Ski-Opening

Die Schlacht ums kalte Juchee




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Von Wolfgang Liu Kuhn

  • In immer mehr Tourismusregionen wird die Saison mit einem Ski-Opening eingeläutet. Die entwickeln sich zunehmend zu Großevents, bei denen sich internationale Superstars die Klinke in die Hand geben.

Bei den Ski-Openings steht schon längst nicht mehr nur das Skifahren alleine im Mittelpunkt.

Bei den Ski-Openings steht schon längst nicht mehr nur das Skifahren alleine im Mittelpunkt.© apa/Gindl Bei den Ski-Openings steht schon längst nicht mehr nur das Skifahren alleine im Mittelpunkt.© apa/Gindl

Wien. Wenn dieser Tage die ersten Schneeflocken fallen, sind die Stoßseufzer der Erleichterung noch aus den tiefsten Alpentälern zu hören. Immerhin hängt eine ganze Branche an Temperaturen um den Gefrierpunkt, die es erlauben, die Schneekanonen anzuwerfen. Und so surren die Maschinen vom Arlberg bis zum Semmering derzeit auf Hochtouren. Es sind aber auch andere Geräusche, die die Skisaison in vielen Regionen einläuten.

Für die Touristen beginnt sie zunehmend mit dem Dröhnen der Bässe, die von einer Megabühne in den Alpen abgefeuert werden. Viele Skigebiete begnügen sich nicht mehr damit, die Lifte sang- und klanglos einzuschalten und ihre Gäste formlos auf die Piste zu bitten. Die Ski-Openings haben sich zu fixen Größen im Eventk-alender gemausert, und die Namen der Stars auf den Billings werden zunehmend größer.


Dabei ist es noch gar nicht lange her, da galten Playbackauftritte von C-Promis vor einer Skihütte schon als das Höchste der Gefühle. Diese Zeiten sind vorbei, und im Wettrüsten um das schillerndste, lauteste und - vor allem - medienwirksamste Event wird die Latte immer höher gelegt.



Vorreiter dieser Entwicklung war in Österreich sicherlich Ischgl - nicht nur als Partymekka, sondern auch als Eventlocation für Großkonzerte. Schon 1995 brachte hier Elton John den Berg zum Beben, es folgten Schwerkaliber wie Tina Turner, Udo Jürgens bis Robbie Williams und Helene Fischer. Andere Skigebiete zogen nach. Gut beobachten lässt sich die Entwicklung in Schladming, wo 2007 erstmals Pink am Fuße der Planai rockte. Im Verlauf der Jahre änderte sich die Ausrichtung mehrfach, bis 2017 eine Armada an Top DJs um Martin Garrix anrückte, um das Zielstadion restlos auszuverkaufen.

Akzente fürs Überleben
Nicht alle sind mit dieser "Eventisierung der Berge" einverstanden, manche betrachten die "Höher-Weiter-Lauter"-Entwicklung mit Sorge. Doch der Trend ist unumkehrbar, und die Betreiber haben gute Gründe, die Saison mit einem öffentlichkeitswirksamen Knall zu eröffnen.

Das weiß auch Klaus Leutgeb, der in Schladming und Bad Hofgastein zwei Ski-Openings orchestriert und mit seiner Leutgeb Entertainment Group mittlerweile einer der größten Konzertveranstalter in Österreich ist. Obwohl die Gagen der Stars beträchtlich sind, würden sich deren Konzerte für die Skigebiete rechnen: "Der Tourismus ist für viele Regionen in Österreich eine unverzichtbar, weil teilweise auch die einzige Einnahmequelle. Jede Destination muss Akzente in verschiedener Form setzen, um überleben und sich im Wettbewerb behaupten zu können. Events wie Ski-Openings werden weit über die Grenzen Österreichs hinaus medial verbreitet - alleine schon mit den Reichweiten verschiedener Social-Media-Plattformen."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-20 16:49:36
Letzte Änderung am 2018-11-20 18:59:10


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