• vom 02.01.2019, 08:30 Uhr

Stadt & Land


Gastkommentar

Neue G’schichtln braucht das Land!




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Von Martin Heintel

  • Die Macht der Worte: Was Framing mit Regionalentwicklung zu tun hat.

Die Peripherie wird vielfach und pauschal als trostlos beschrieben.

Die Peripherie wird vielfach und pauschal als trostlos beschrieben.© Simon Rosner Die Peripherie wird vielfach und pauschal als trostlos beschrieben.© Simon Rosner

Wien. Landflucht, Schrumpfung, Brain-Drain, Rückzug, Leerstand oder Überalterung - all das sind Begriffe, die gerne und oft, jedoch in der Regel undifferenziert und vielfach pauschal, ländlich-peripheren Regionen zugeordnet werden. Diese Zuschreibung erfolgt einerseits medial von außen, aber andererseits auch von innen, indem Bürgermeister diese Vokabel des Jammerdaseins gerne benützen, um ein Mehr an monetärer wie auch emotionaler Zuwendung von Bund, Ländern, Landeshauptstädten und auch der Öffentlichkeit insgesamt einzufordern. Von innen wie außen festigt sich hingegen dann das Bild einer Region, und diese negativen Zuschreibungen werden ungeprüft rezipiert. Die Provinz wird auf diese Art zur Provinz gemacht.

Auch wenn zukünftig mancherorts ein Wenigerwerden stattfinden wird, der generelle Trend des Wachsens der Agglomerationsräume voranschreitet, gilt es dennoch, die diesbezüglichen Diskurse zu hinterfragen. Das vor allem in einem Land mit durchschnittlich gesichertem sozialem Wohlstand und relativ geringen Distanzen zwischen Zentren und Peripherien im internationalen Vergleich. Wie wirken sich beispielsweise Bilder der Benachteiligung auf die - sei es individuelle, sei es kollektive - räumliche Gestaltung und Planung der Gegenwart und Zukunft aus? Was bedeutet dies für das Vereinsleben, zivilgesellschaftliches Engagement vor Ort oder die örtliche Infrastruktur in ihren Teilbereichen?

Martin Heintel

Martin Heintel© ÖROK/APA-Fotoservice/Juhasz Martin Heintel© ÖROK/APA-Fotoservice/Juhasz

Gemeinden oder Regionen im Wandel sind dabei besonders betroffen. Welche historischen, ökonomischen und soziokulturellen Kontexte sind für Imaginationen und Narrative der Regionalentwicklung von Bedeutung, und in welchen Traditionslinien stehen sie? Wie können Gemeinden aus traditionellen Außenabhängigkeiten, etwa durch große Infrastrukturen, stärker in die Selbstbestimmung geführt werden? Fragen wie diese werden im Rahmen von Prozessbegleitungen oder Leitbilderstellungen diskutiert. Nicht zuletzt im Zusammenhang, wie Regionalentwicklung proaktiv gestaltet werden kann und wie entwicklungshemmende Faktoren stärker kritisch hinterfragt werden können, auch um die Potenziale ländlicher Regionen besser einordnen und abrufen zu können.


Konstruierte öffentliche Wahrnehmung
Die Österreichische Raumordnungskonferenz (Örok) widmet sich im Rahmen einer Örok-Partnerschaft zu "Strategien für Regionen mit Bevölkerungsrückgang" zur Umsetzung des Österreichischen Raumentwicklungskonzepts diesem Thema und kommt zum Schluss, dass der Sprache über Regionen bisher zu wenig Bedeutung zugemessen wurde. Es wird festgehalten, dass die so konstruierte öffentliche Wahrnehmung einer Region eine Negativspirale begünstigt, ohne dass dies natürlich unmittelbar gewollt sei.

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Dokument erstellt am 2019-01-01 15:47:13


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