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Stadt & Land

Update: 22.11.2017, 17:23 Uhr

Tourismus

Von Konkurrenz zu Kooperation




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Von Matthias Nagl

  • Die Digitalisierungsstrategie möchte den Tourismus zur Zusammenarbeit bewegen. Das könnte eine schwierige Übung werden.

- © apa/Hochmuth

© apa/Hochmuth

Salzburg. Begonnen hat es mit Flugreisen. Heute ist praktisch jedes Fremdenzimmer über das Internet erreichbar. Die Digitalisierung wird auch im Tourismus aber nicht an diesem Punkt haltmachen.

Um die Branche auf kommende Herausforderungen vorzubereiten, hat das für den Fremdenverkehr zuständige Wirtschaftsministerium eine Digitalisierungsstrategie entwerfen lassen. Diese hat Kurzzeit-Minister Harald Mahrer im Herbst vorgestellt. Mahrer wird im kommenden Jahr an die Spitze der Wirtschaftskammer wechseln, auch sonst ist mangels einer neuen Regierung politisch einiges im Fluss.


Da es gesellschaftlich weitaus umstrittenere Themen gibt als die Digitalisierung im Tourismus, ist aber davon auszugehen, dass die Strategie unabhängig vom Aussehen der neuen Regierung im Groben Bestand haben wird. Zumal die Strategie weder wahnsinnig revolutionäre noch bisher völlig unbekannte Erkenntnisse enthält. "Das Ziel war immer von der Breite her, den gesamten Tourismus in Österreich abzudecken und von der Tiefe her, Themen anzusprechen, die man rasch angehen kann", erklärt Reinhard Lanner. Der Management-Coach im Tourismusbereich war einer der Experten, die in zwei Workshops an der Erstellung der Strategie mitgearbeitet haben.

Das Papier definiert acht Handlungsfelder, in denen 22 Einzelmaßnahmen umgesetzt werden sollen. Manches liegt auf der Hand, wie der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Breitband-Internet bis ins Hinterland. Anderes ist sehr spezifisch, wie der Plan, gemeinsame Innovationsprojekte mit zeitgeistigen Methoden wie "Barcamps" (offene Tagungen) oder "Hackatons" (Veranstaltung für Softwareentwicklung) im Tourismus umzusetzen.

Auch sehr ambitionierte Projekte sind dabei. Die erste Maßnahme beschreibt das Vorhaben, die Abhängigkeit von internationalen Reiseagenturen - damit sind Internetseiten wie booking.com oder AirBnB gemeint - zu verringern, um mehr Wertschöpfung in Österreich zu generieren. Als Berater im Tourismusbereich würde Lanner das wohl nicht so formulieren. "Ich würde die als Partner sehen, die mir neue Gäste bringen. Das wird es weiterhin geben", sagt er.

Im Grunde müssten sich die Betriebe zwischen Direktvertrieb ohne Provisionen, dafür mit mehr Aufwand, oder indirektem Vertrieb mit Provisionen entscheiden. Das kostet zwar, lässt aber eben auch Märkte erschließen, die man sonst nicht erreicht hätte, so Lanner. Sich von derartigen Webseiten zu verabschieden, wird sich in der Praxis eher nicht ausgehen. Das meint auch Camilla Köll, Hotelbetreiberin mit knapp 400 Betten in Matrei in Osttirol. "Heute ist das Internet da, wo du präsent bist. Solche Plattformen sind ein wichtiger Vertriebsweg. Es stellt sich die Frage, wo finden dich die Leute? Willst du buchbar sein oder nicht", sagt Köll.

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Dokument erstellt am 2017-11-21 16:41:08
Letzte ─nderung am 2017-11-22 17:23:05



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