• vom 09.01.2018, 18:13 Uhr

Stadt & Land

Update: 09.01.2018, 18:31 Uhr

Frauenerwerbsquote

Das Land hat die Stadt überholt




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Von Simon Rosner

  • Im ländlichen Raum ist die Erwerbsquote von Frauen mittlerweile höher als in der Stadt - vor allem wegen mehr Teilzeitjobs.





Wien. Es ist eine stabile, langjährige Entwicklung, dass immer mehr Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Vor 20 Jahren lag die Erwerbsquote noch deutlich unter 50 Prozent, nun liegt sie klar darüber. Besonders markant sind die Veränderungen in den unterschiedlichen Altersgruppen. So arbeiteten 1997 noch weniger ältere (45- bis 54-jährige) als jüngere (20- bis 24-jährige) Frauen, doch das hat sich mittlerweile komplett gedreht. Ein Grund dafür ist, dass Frauen immer mehr Bildung erwerben und daher länger in Ausbildung bleiben - was dann wiederum zu besseren Jobs und länger währenden Berufslaufbahnen führt.

Eine detaillierte Auswertung der Rechercheplattform "Addendum" von Daten der Statistik Austria zeigt nun, dass es bemerkenswerte regionale Unterschiede gibt. Sie betreffen die Erwerbs- sowie die Teilzeitquote und auch die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen. Ein Vergleich mit Daten aus dem Jahr 2001 offenbart, dass es seither vor allem der ländliche Raum war, der für die gestiegene Frauenerwerbsquote gesorgt hat, und dort besonders sehr kleine Gemeinden mit meist wenigen hundert Einwohnern.

Ein Beispiel ist Innervillgraten, eine Streusiedlung mit rund 1000 Einwohnern in Osttirol. Knapp nach der Jahrtausendwende war ein Drittel der Frauen berufstätig, mittlerweile liegt die Erwerbsquote bei 80 Prozent. "Früher war es sicher so, dass Frauen, die geheiratet haben, nicht mehr arbeiten gegangen sind, das ist heute anders. Es gibt auch mehr Möglichkeiten dazu, und die Frauen sind besser ausgebildet", sagt Josef Lusser, seit Mitte 90er Jahre Bürgermeister von Innervillgraten.


Was auch eine Rolle spielen dürfte: der Führerschein. So profan das auch klingen mag, aber vor gar nicht so langer Zeit war auch das Autofahren eine Angelegenheit der (Ehe-)Männer. Und gerade in zersiedelten Regionen ist das Auto eine Grundvoraussetzung, um arbeiten zu können.

In Sachen Frauenerwerbsquote hat das ländliche Österreich die urbanen Regionen mittlerweile überholt. Allerdings orientieren sich die vorliegenden Daten am Wohnort. In der Gemeinde Reingers, im Norden des Waldviertels, beträgt die Frauenerwerbsquote zwar 93 Prozent, Arbeitsplätze gibt es in der Gemeinde aber kaum und in der Region nur wenige. Die Abwanderung ist hoch, die Löhne sind eher niedrig.

Soziale Faktoren

Dass sich von den rund 700 Einwohnern in Reingers nur 143 Frauen im erwerbsfähigen Alter befinden, deutet auf eine Überalterung der Bevölkerung hin. Jene, die einen Job haben, bleiben eher in dieser Region. Dazu dürfte in strukturschwachen Regionen ein zweites Haushaltseinkommen von generell größerer Bedeutung sein - und sei es eine Teilzeitstelle.




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Dokument erstellt am 2018-01-09 18:17:06
Letzte Änderung am 2018-01-09 18:31:36


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