• vom 30.01.2018, 15:21 Uhr

Stadt & Land

Update: 31.01.2018, 08:05 Uhr

Verwaltung

Wie viel Fantasie braucht es, um die Republik neu zu regieren?




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Wolfgang Gratz

  • Neue Ansätze wären auch für die Verwaltung wichtig. Eine Idee wäre ein Entwicklungszentrum für die Verwaltung.


© fotolia/bakhtiarzein © fotolia/bakhtiarzein

Im Regierungsprogramm heißt es: "Wir wollen die Verwaltung im österreichischen Staat grundlegend reformieren und vereinfachen." Konkretisiert wird das Vorhaben nicht, es wiederholt jahrzehntelange Reformversprechen, darunter mehr Bürgernähe, mehr Effizienz, Kostenreduktionen, wirksamerer Einsatz öffentlicher Mittel, Vermeidung von Parallelstrukturen. Auch die Sicherstellung der wirkungsorientierten Haushaltsführung überrascht nicht, sie war Schwerpunkt vergangener Jahre.

Das Schaffen eines effizienten Krisen- und Katastrophenschutzmanagements ist positiv, gelang es doch der vorherigen Regierung nicht, die Erfahrungen der Migrationskrise 2015 produktiv zu verwerten. Interessant wird sein, ob mit der "Zusammenführung von Aufgaben-, Ausgaben- und Finanzierungsverantwortung" lediglich das Verhältnis zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen gemeint ist, oder ob dies auch für die Bundesregierung selbst gilt. Werden die beträchtlichen Mitwirkungsrechte von Finanzministerium und Bundeskanzleramt gegenüber den anderen Ressorts, die zu einer Verantwortungsdiffusion und Beeinträchtigung der Ministerverantwortlichkeit führen, zurückgebaut?


Insgesamt ist nicht zu erwarten, dass die Bundesverwaltung und ihre Mitarbeiterinnen das Regierungsprogramm sonderlich inspirierend erleben. Es ist in ihm viel anderes angesprochen, aber kaum die besondere Bedeutung der Verwaltung für die Gestaltung und Entwicklung des Zusammenlebens in Österreich, der Lebensqualität seiner Bürger, des Ausgleichs von Interessenskonflikten, der Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft. Schlicht: ob überhaupt etwas und wenn ja, wie viel in Österreich weitergeht, hängt in hohem Ausmaß von einer Verwaltung ab, die einerseits berechenbar ist, andererseits kreative Antworten auf absehbare oder erahnbare Herausforderungen findet.

Neues Zentrum
Im Folgenden sei eine Option umrissen, die die Kreativität der Verwaltung erhöhen könnte: ein Entwicklungszentrum für die Verwaltung. Wirtschaftsunternehmen bekommen laufend Rückmeldungen von Markt, ob ihre Zahlungsfähigkeit und damit ihr Überleben gesichert erscheint oder nicht. Der Bestand der Verwaltung ist weitgehend garantiert, aber nicht all ihrer Ausgliederungen. Wohl empfängt die Verwaltung laufend Umweltreaktionen auf ihre Tätigkeit von der Politik, den Medien, den verschiedenen Stakeholdern. Diese Rückmeldungen sind aber unsystematisch, mehrdeutig, teilweise widersprüchlich und jedenfalls interpretationsbedürftig.

Die Verwaltung hätte somit besondere Gründe, sich neugierig und engagiert mit ihren wichtigen Umwelten auseinanderzusetzen, von kritischen Situationen zu lernen und auch Formen der Selbstbeobachtung und Selbstreflexion zu finden.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-30 15:26:15
Letzte Änderung am 2018-01-31 08:05:26


Woher kommt der Ortsname?

Mit Weibern nichts am Hut

- © Gemeinde Weibern Erstmals genannt wurde der oberösterreichische Ort Weibern im Hausruckviertel in einer Urkunde von 785. Das Schriftstück existiert nicht mehr im... weiter




Woher kommt der Ortsname?

Wein statt Server

- © Gemeinde Mailberg Im Bezirk Hollabrunn liegt der kleine Ort Mailberg. Geprägt ist er vom Weinbau - nicht von elektronischen Nachrichten... weiter





Werbung




Werbung