• vom 13.02.2018, 14:53 Uhr

Stadt & Land

Update: 13.02.2018, 17:38 Uhr

Spitalsfinanzierung

Gezerre um Kostenstellen und Kapazitäten




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Von Petra Tempfer

  • Patienten sollen von den Spitalsambulanzen in die Ordinationen gebracht werden - der Konflikt zwischen Land und Sozialversicherung ist vorprogrammiert. So auch in Niederösterreich.

Am Universitätsklinikum St. Pölten versorgen rund 3000 Mitarbeiter mehr als 46.000 Patienten pro Jahr. Dazu kommen etwa 432.000 ambulante Kontakte. - © NÖ Landeskliniken-Holding

Am Universitätsklinikum St. Pölten versorgen rund 3000 Mitarbeiter mehr als 46.000 Patienten pro Jahr. Dazu kommen etwa 432.000 ambulante Kontakte. © NÖ Landeskliniken-Holding

St. Pölten. Eigentlich ist Niederösterreich stark verschuldet. Rechnet man alle öffentlichen Schulden dazu, also auch jene, die nicht im Budget abgebildet sind, sind es rund acht Milliarden Euro. Und dennoch hat vor allem Niederösterreich massiv in den Spitalsausbau investiert. Von 2006 bis 2016 flossen laut dem niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds rund 18 Milliarden Euro in den Spitalsbereich. Insgesamt gibt es 27 Klinikstandorte mit bereits rund 21.500 Mitarbeitern.

Die Gründe dafür sind nicht nur der laufende Renovierungs- und Modernisierungsbedarf, sondern vor allem die wachsende Patientenzahl. Die Anzahl der Ambulanzpatienten ist laut Krankenanstaltenstatistik seit 2006 um 35 Prozent auf rund 1,36 Millionen gestiegen. Bis 2050 ist für Niederösterreich ein Bevölkerungszuwachs auf 1,9 Millionen Menschen prognostiziert. Diese werden immer älter - und potenziell chronisch Kranke.


Um den als teuer geltenden Spitalsbereich in Zukunft mehr zu entlasten, ist das Gesundheitswesen österreichweit von dem Credo geprägt, dass man mehr Patienten in den billigeren niedergelassenen Bereich bringen muss. So weit, so logisch. Blickt man ins Detail, ist die Sache jedoch komplizierter.

Es ist ein Gezerre um Kostenstellen, Kompetenzen und Kapazitäten - obwohl es ja eigentlich um den Patienten geht. Jan Pazourek, Generaldirektor der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK), sieht die Problematik der überfüllten Spitalsambulanzen in Niederösterreich jedenfalls nicht mehr ganz so deutlich.

13 Prozent Selbstzuweiser unter den Ambulanzpatienten
Die Anzahl der Patienten sei zwar gestiegen, die Ambulanzfrequenz sei jedoch gesunken, betont dieser. Konkret ist diese von 2010 bis 2016 um 15,2 Prozent und die Anzahl der Spitalstage um zehn Prozent zurückgegangen. Das bedeutet, dass derselbe Patient weniger oft die Ambulanz aufgesucht hat.

Die bereits gesetzten Maßnahmen wie die Gesundheitshotline 1450, bei der geschultes medizinisches Personal den Patienten am Telefon an die richtige Stelle im Gesundheitssystem lotst, hätten gut gegriffen, so Pazourek zur "Wiener Zeitung". Unter anderem dadurch sei die Anzahl der Spitalsaufnahmen um 7,6 Prozent gesunken, während die Frequenz im niedergelassenen Bereich um rund acht Prozent stieg.

Einer gemeinsamen Erhebung von NÖGKK und Land zufolge seien nur rund 13 Prozent aller Ambulanzpatienten Selbstzuweiser, die auch ein niedergelassener Arzt behandeln könnte. Der Rest seien wiederbestellte oder von niedergelassenen Ärzten zugewiesene Patienten.

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Dokument erstellt am 2018-02-13 14:59:23
Letzte ńnderung am 2018-02-13 17:38:29



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