• vom 13.02.2018, 15:02 Uhr

Stadt & Land


Naturschutz

Eine Chance für periphere Gemeinden und Natur




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  • Petra Kestler über das Niemandsland zwischen Ost und West, wo heute das Grüne Band verläuft.



Jahrzehntelang spaltete der Eiserne Vorhang Europa in Ost und West. Stacheldraht, Minenfelder und Sperrzonen trennten Menschen und Mächte. Seit dem 9. November 1989 ist der Eiserne Vorhang Geschichte. Aus dem ehemaligen menschenleeren Grenzgebiet wurde eine Linie des Lebens, an der sich die Natur ein Rückzugsgebiet geschaffen hat, einen Streifen Wildnis quer durch Europa: das Grüne Band.

Dieser einzigartige Streifen reicht vom Nordkap an der Barentsee bis zum Schwarzen Meer beziehungsweise bis zur Adria und beherbergt eine Fülle an Tier- und Pflanzenarten, die anderswo selten geworden oder längst verschwunden sind. Hier tummeln sich noch Wildkatzen, Fischotter und Braunkehlchen. Auch Urzeitkrebse sind nur mehr in den kaum regulierten tschechischen und slowakischen Grenzflüssen zu Bayern und Österreich zu finden.


Denn in den flachen, wieder austrocknenden Lacken haben ihre Feinde, die Fische, keine Chance. Auch seltene Pflanzen wie der Böhmische Enzian, die Salzaster oder die Krainer-Lilie wachsen am Grünen Band ungestört. Zu verdanken ist diese Vielfalt der größten Naturschutzinitiative Europas, der European Green Belt Initiative. Alle Staaten entlang der einstigen Grenze sind eingebunden und tragen dazu bei, die Vielfalt dieser naturnahen Landschaft zu erhalten. Die wertvollen Lebensräume, die sich im Schatten des Eisernen Vorhangs entwickelt und erhalten haben, bilden heute das größte Biotopverbundsystem Europas. Ihr besonderer Wert liegt darin, dass es ein verwobenes und ganzheitlich funktionierendes Ökosystem verschiedenster Lebensräume ist.

Österreich hat längsten
Anteil am Grünen Band

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Österreichs Anteil am Grünen Band ist mit 1218 Kilometern der längste in Zentraleuropa. Zahlreiche Schutzgebiete wie die grenzüberschreitenden Nationalparks Thayatal und Neusiedler See-Seewinkel oder die großflächigen Natura-2000-Gebiete March-Thaya-Auen, Lafnitztal und Böhmerwald liegen am Grünen Band. Viele dieser Gebiete dienen Zugvögeln wie dem Weiß- und Schwarzstorch als Rast- und Brutplätze.

Die Abschnitte des Grünes Bandes haben unterschiedlichen Schutzstatus und sind durch ungeschützte Naturbereiche, die als Verbindungskorridore dienen, miteinander vernetzt. Diese verbindenden Teile zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes in Österreich. Der Naturschutzbund Österreich koordiniert als National Focal Point die nationalen Aktivitäten zum Grünen Band und die Vernetzung mit den anderen Staaten.

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Umweltbundesamt haben es sich die Expertinnen und Experten zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für diese naturräumlichen Besonderheiten des Grünes Bandes in Österreich zu stärken und die 137 Anrainergemeinden dabei zu unterstützen, die Potenziale, die das Grüne Band für die Regionalentwicklung und den Tourismus bietet, zu nutzen. Das Projekt wird von der Europäischen Union und hierzulande vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gefördert.

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Schlagwörter

Naturschutz, das Grüne Band

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Dokument erstellt am 2018-02-13 15:05:25


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