• vom 06.03.2018, 14:04 Uhr

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Update: 06.03.2018, 16:01 Uhr

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Von Ulrike Böker

  • Wie erhöht man die Beteiligung von Frauen in der kommunalen Arbeit? Ottensheim zeigte, wie es geht.



Die Autorin war Bürgermeisterin der Marktgemeinde Ottensheim und erzählt, wie viel umgesetzt wurde - allein durch das Engagement von Frauen.

Die Autorin war Bürgermeisterin der Marktgemeinde Ottensheim und erzählt, wie viel umgesetzt wurde - allein durch das Engagement von Frauen.© fotolia/scusi Die Autorin war Bürgermeisterin der Marktgemeinde Ottensheim und erzählt, wie viel umgesetzt wurde - allein durch das Engagement von Frauen.© fotolia/scusi

Zwölf Jahre war ich Bürgermeisterin in der Marktgemeinde Ottensheim. Es ist eine Gemeinde mit vielen innovativen Geistern, mit starker Bürgerbeteiligung - und mit vielen Frauen in den vorderen Reihen. Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir wieder einmal bewusst, wie viel in dieser Gemeinde von Frauen initiiert und umgesetzt wurde.

Ob das die Initiatorin und Kümmerin des Wochenmarktes war und ist, die Wirtin eines Kulturwirtshauses war, die umsichtige Amtsleiterin, die engagierte Bauamtsleiterin, die Präsidentinnen der Kulturgruppen "arge granit" und "KOMA", die Ortsbäuerin oder das Team des Frauenkunsthandwerksmarktes, um nur einige aufzuzählen.

Information

Zur Autorin

Ulrike Böker war von 2003 bis 2015 Bürgermeisterin der Marktgemeinde Ottensheim für die Bürgerliste "pro O", deren Mitbegründerin sie war. Seit 2015 sitzt sie für die Grünen im oberösterreichischen Landtag. Böker war lange in der Kulturarbeit tätig, seit 30 Jahren ist sie in der Kulturgruppe "arge granit" tätig, seit 2013 Vorständin im Verein "Landluft", der sich der Baukultur im ländlichen Raum widmet. Philipp Steiner

Woran das liegt? Oftmals an einzelnen starken Frauen, die durch ihr Tun andere zum Mitmachen motivieren. Es liegt auch an einer bestimmten Qualität der Aufmerksamkeit, vielleicht einer besonderen Sensibilität, die wir aufwenden müssen, um der auch heute noch dominierenden Doppelbelastung von Frauen besondere Beachtung zu schenken. Noch immer sind es zumeist die Frauen, die Familien-, Pflege-, Haushalt- und Betreuungsarbeit von Kindern, Eltern etc. übernehmen. Dadurch ist die Kapazität für Vereinsarbeit oder politische Arbeit sehr eingeschränkt.

Ich habe selbst vier Kinder, mittlerweile auch sechs Enkelkinder. Als ich im Jahr 2003 Bürgermeisterin wurde, war mein jüngstes Kind zwölf Jahre alt. Und selbst wenn frau beide Bereiche souverän vereint, bleibt doch immer das nagende, schlechte Gewissen, etwas vernachlässigt zu haben. Das Wort "Rabenmutter" wurde mir zwar nie direkt ins Gesicht gesagt, aber in den Augen so mancher konnte ich es sehr wohl ablesen. Und mein Sohn sagte nach der siebten Frage - "eh nur kurz" - von Bürgerinnen und Bürgern beim Einkaufen, dass er mit mir sicher nicht mehr einkaufen gehen werde. Wie soll man damit umgehen? Ich habe auch kein Patentrezept dazu, aber es müssen sich die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt und das Bewusstsein für die Bedeutung der unbezahlten Arbeit ändern.

Kulturarbeit als Einstieg für kommunale Arbeit

Ich kann jetzt nicht behaupten, dass wir uns in Ottensheim ganz bewusst dem Thema "Frauen" gewidmet hätten. Für mich persönlich, aber auch in meiner Funktion als Bürgermeisterin, hat aber die Arbeit mit zeitgenössischer Kultur sehr viel zur Positionierung von Frauen beigetragen. Frauen haben sich in der Kulturszene in verantwortungsvollen Positionen eingebracht und hatten dort ein breites Übungsfeld.

Ich selbst hätte mir ohne dieses Übungsfeld sehr schwergetan, das herausfordernde Bürgermeisterinamt zu bewältigen. Auffallend dabei ist, dass diese "Ämter" in der Kulturszene ziemlich losgelöst von Vereinsstrukturen waren und sind. Zumindest in Ottensheim.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-06 14:08:42
Letzte Änderung am 2018-03-06 16:01:38


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