• vom 03.04.2018, 17:26 Uhr

Stadt & Land


Baukultur

Blick in eine düstere Zukunft




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Von Simon Rosner

  • Der dritte Baukulturreport erzählt mit drei Szenarien, wie Österreich im Jahr 2050 aussehen könnte.


© Luiza Puiu © Luiza Puiu

Wien. Wann und wo auch immer Bagger anrücken, haben sie die Aufregung meist im Schlepptau dabei. Bei größeren, oftmals aber auch recht kleinen Bauvorhaben wird Politik, also konkret das Aufeinanderprallen von Interessen, für die Bevölkerung sehr unmittelbar erlebbar: Ein altes Gebäude wird abgerissen, ein Pflegeheim errichtet, eine Ortsumfahrung gebaut, die leere Fläche in der Nachbarschaft zum Stadterweiterungsgebiet gewidmet und so weiter.

In Wien führt derzeit etwa der Abbruch des alten Gasthauses "Ottakringer Landhaus" zu einer Novelle des Objektschutzes, in Lustenau wird am 27. Mai eine Volksabstimmung über die Ansiedlung eines Möbelhauses abgehalten, die geplante dritte Piste des Flughafens in Schwechat hat schon diverse gerichtliche Instanzen durchschritten und in der kleinen Gemeinde Munderfing in Oberösterreich ist vor wenigen Wochen und nach Jahren des intensiven Konflikts die Umfahrung eröffnet worden.


Hinter solchen lokalen Ereignissen, von denen es unzählige gibt, stehen große Fragen, die die gesamte Republik betreffen: Wie wollen wir wohnen und zusammenleben? Wie wollen wir die Mobilität organisieren? Wie wollen wir mit der natürlichen und bebauten Landschaft umgehen?

Dass sich die Menschen in Österreich mit diesen Fragen intensiv beschäftigen, ist angesichts der Diskussionen und Aufregungen auf lokaler Ebene, die Bauvorhaben fast immer auslösen, evident. Dennoch fehlt es auf bundespolitischer Ebene bis heute an Koordination, Überblick und Strategie. Raumordnung ist bisher auch Sache der Bundesländer.

Die Indizien verstärken sich aber zunehmend, dass sich in Sachen Baukultur in Österreich einiges verbessern wird. Andere EU-Länder sind schon viel weiter, das verstärkt den Druck. Das Problembewusstsein, etwa bezüglich des hohen Bodenverbrauchs, ist aber auch in Österreich gewachsen, das wirkt fördernd. Konkrete Maßnahmen wie das neue Raumordnungsgesetz in Salzburg sowie einige Ansätze in Niederösterreich sorgen für Dynamik.

Und auch im Bund ist einiges vorangegangen. Vor zehn Jahren wurde der "Beirat für Baukultur" im Bundeskanzleramt installiert, der in jahrelanger Arbeit im Vorjahr baukulturelle Leitlinien für den Bund entwickelt hat. Sie wurden im August im Ministerrat beschlossen und fanden auch Eingang ins Regierungsprogramm. Tatsächlich ist der Raumordnung so viel Platz wie bisher noch nie in einem Koalitionsvertrag eingeräumt worden.

Ungebremste Entwicklung
Mitte März ist nun ein weiteres Etappenziel im Ministerrat beschlossen worden: der dritte Baukulturreport. Die bisherigen zwei Reporte enthielten jeweils mehr als 40 Empfehlungen, darunter waren etwa verbindliche Architekturwettbewerbe bei großen Wohnbauprojekten, die bundesweite Harmonisierung von Raumordnungszielen oder eine Reform der Wohnbauförderung. Umgesetzt wurde bisher kaum etwas.

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Dokument erstellt am 2018-04-03 17:30:04


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