• vom 18.04.2018, 09:00 Uhr

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Öffentlicher Verkehr

Für die letzten Kilometer




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Von Matthias Nagl

  • Ruftaxi-Systeme sorgen in immer mehr Gemeinden für den Lückenschluss zwischen Linienverkehr und Haustüre.

- © Rosner

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Salzburg. In einer Zeit, in der die Ausdünnung des öffentlichen Angebots im ländlichen Raum wortreich beklagt wird, gibt es eine zarte Gegenbewegung. Im öffentlichen Verkehr brachten die letzten Jahre eine kleine Renaissance des öffentlichen Angebots. Es ist freilich kein Aufblühen des klassischen öffentlichen Verkehrs. Aufgelassene Buslinien und verwaiste Nebenbahnen werden kaum einmal revitalisiert.

Doch mit dezentralen Systemen versuchen mehrere Gemeinden die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln im ländlichen Raum aufrechtzuerhalten. Besonders erfolgreich sind Ruftaxi-Systeme. Der Fahrgast ruft eine Nummer und wird zu einer vereinbarten Zeit an einem vereinbarten Treffpunkt abgeholt und steigt billiger aus, als müsste er den vollen Taxitarif bezahlen.


"In den letzten Jahren haben sich durch das Sperren von Nebenbahnen oder das weitere Einschränken von Fahrplänen Lücken aufgetan, die nun durch solche Initiativen teilweise gefüllt werden. Daher haben solche Initiativen in den letzten Jahren schon zugenommen", sagt Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl.

Eines der ältesten derartigen Angebote ist das Go-Mobil in Kärnten. 1999 gegründet dient es mittlerweile in 36 Gemeinden mittels Ruftaxi als Zubringer zum öffentlichen Verkehr und lokales Nahverkehrsmittel. Eine Fahrt kostet zwischen 3,80 und 5,20 Euro, je nachdem, ob das Ticket bei einem Mitgliedsbetrieb oder direkt beim Fahrer gekauft wurde. Betriebe können durch die Mitgliedschaft auf höhere Kundenfrequenz hoffen und tragen mit ihrem Mitgliedsbeitrag in der Höhe von 230 Euro jährlich zur Finanzierung des Angebots bei.

Rund 150.000 Personen jährlich transportiert das Go-Mobil. Finanziert wird es aus den Mitgliedsbeiträgen, Fahrterlösen, Sponsoring und Beiträgen der öffentlichen Hand. Deren Anteil variiert je nach Region, ist aber nie höher als 20 Prozent. Ein Erfolgsfaktor sind auch geringe Personalkosten. Die klassischen Chauffeure sind Pensionisten, die ein bisschen etwas dazuverdienen. Alle 135 Fahrer sind geringfügig beschäftigt.

Keine Konkurrenz zu Taxis
Das Go-Mobil erhöht die Unabhängigkeit für zahlreiche ältere Fahrgäste. Oft ohne eigenes Auto wären diese Passagiere sonst auf Nachbarn oder Verwandte angewiesen. "Das System ist schuldbefreiend. Es befreit, wenn ich einen Fahrschein kaufe, dann kann ich mir die Gegenleistung erwarten", sagte Gründer Maximilian Goritschnig im Ö1-Radio.

Das gilt auch für die Fahrgäste des gMeinBus in der obersteirischen Kleinstadt Trofaiach. Dieser Bus fährt seit 2013 und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrt wird ein Bus an einen der Abfahrtsorte bestellt und bringt die Fahrgäste an ihr gewünschtes Ziel. Rund 22.000 Fahrgäste jährlich transportiert der gMeinBus.

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Dokument erstellt am 2018-04-17 17:51:16
Letzte Änderung am 2018-04-17 18:45:15


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