• vom 02.05.2018, 07:50 Uhr

Stadt & Land

Update: 02.05.2018, 12:04 Uhr

Gemeinden

Maßnahmen zur Wiederbelebung




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Von Simon Rosner

  • Purgstall ist ein Beispiel dafür, wie Kommunen versuchen, leere Ortszentren mit Leben zu erfüllen.

Bücher sollen helfen, das Ortszentrum wieder zu beleben. Sie schaffen es nur bedingt. - © Simon Rosner

Bücher sollen helfen, das Ortszentrum wieder zu beleben. Sie schaffen es nur bedingt. © Simon Rosner




© Simon Rosner © Simon Rosner

Purgstall. Das neue Purgstall findet sich dort, wo der Ort aufhört. Und die niederösterreichische Gemeinde im Mostviertel ist hier nur ein Beispiel von vielen - von vielen in ganz Österreich. Der gestiegene Wohlstand und die Motorisierung haben die Ränder befüllt und belebt, und so war es auch in Purgstall. Es entstanden neue Siedlungen, meist waren es Einfamilienhäuser mit Garten. Wobei sowohl Häuser als auch Gärten im Laufe der Jahrzehnte an Größe gewonnen haben.

Für das Jahr 1910 wird Purgstall eine Wohnbevölkerung von 3499 Personen ausgewiesen. Und ungefähr so viele Menschen lebten hier auch, als 1939 der Zweite Weltkrieg begann. In den Jahrzehnten danach aber, bis in die 1980er hinein, wuchs die Gemeinde kontinuierlich, die Einwohnerzahl erhöhte sich um beinahe 50 Prozent auf rund 5300 Personen. Dann ging es bergab.

In Purgstall, das auf recht spektakuläre Weise von der Erlauf sowie einem ihrer Nebenflüsse, der Feichsen, durchschnitten wird, zeigt sich der ganze Fluch und Segen der Motorisierung. Denn an den Rändern des Ortes liegen nicht nur die neueren Siedlungen, sondern auch Werkshallen und andere Betriebsimmobilien. Und seit gut 15 Jahren auch Gewerbeflächen, auf denen sich insgesamt vier verschiedene Supermärkte angesiedelt haben.

Purgstall wird auf recht spektakuläre Weise von zwei Flüssen durchschnitten.

Purgstall wird auf recht spektakuläre Weise von zwei Flüssen durchschnitten.© Simon Rosner Purgstall wird auf recht spektakuläre Weise von zwei Flüssen durchschnitten.© Simon Rosner

"Hätten wir das nicht gewidmet, wäre Purgstall heute mausetot", sagt Amtsleiter Franz Haugensteiner. Mehr und mehr Bewohner hätten ihre Einkäufe woanders erledigt, der Anteil des Versandhandels - und das noch vor dem Internet-Boom - betrug in der Gemeinde 14 Prozent.

Abgangsgemeinde wächst wieder

"Wir waren damals eine Abgangsgemeinde, heute haben wir Zuzug", sagt Haugensteiner. Ökonomisch war die Entscheidung jedenfalls richtig, zumal der erst kürzlich wieder renovierte Eurospar im "Einkaufspark Ötscherland" zu den ertragsreichsten Filialen des Bundeslandes zählt.

Das schaffte neue Arbeitsplätze, erhielt und erhöhte sogar die Einnahmen der Gemeinde durch die Kommunalsteuer, und auch die Lebensqualität der Bevölkerung verbesserte sich, die in den 1990er Jahren noch weit ausgependelt ist, um größere Einkäufe zu tätigen. So viel zum Segen.

Der Fluch ist in der Pöchlarner Straße im Zentrum zu sehen und zu durchschreiten. Hier gibt es eine Trafik und ein Möbelgeschäft, aber das war es dann auch. Ansonsten reiht sich ein Leerstand an den anderen. Beim Fleischer steht noch die Kühlvitrine im Geschäft, befüllt wurde sie aber seit vielen Jahren nicht mehr. Und das Kaufhaus Bruckmüller sucht immer noch einen Nachmieter. Er wird wohl nie kommen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-01 17:18:46
Letzte Änderung am 2018-05-02 12:04:42


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