• vom 05.06.2018, 16:50 Uhr

Stadt & Land

Update: 19.06.2018, 14:19 Uhr

Stadtregionen

Getrennt und doch zusammen




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Von Simon Rosner

  • Es gibt gute Gründe, dass Städte und ihr Umland künftig mehr kooperieren. Es ist sogar eine Notwendigkeit, will man die Klimaziele erreichen und die Natur erhalten. In der Umsetzung gibt es aber Schwierigkeiten.

Schärding kooperiert mit seinem Umland. Es ist der Anfang einer Zusammenarbeit. - © Fotolia

Schärding kooperiert mit seinem Umland. Es ist der Anfang einer Zusammenarbeit. © Fotolia


© Erika - stock.adobe.com © Erika - stock.adobe.com

Wien. Irgendwann muss man einfach anfangen. Im Bezirk Feldkirch war dieses Irgendwann vor 40 Jahren, in Schärding im November 2017. Die Stadt hat gemeinsam mit drei weiteren Gemeinden aus dem Umland, St. Florian, Suben und Brunnenthal, das Projekt "Stadtregion" initiiert. Schärding ist damit eine der jüngsten solcher "Stadtregionen" in Österreich, Feldkirch eine der ältesten. In der Vorarlberger Gemeinde findet ab Mittwoch auch der Österreichische Städtetag statt. Auch das Thema des Zusammenspiels zwischen zentralen Orten und dem ländlichen Raum steht dabei auf dem Programm.

Genau genommen ist Feldkirch im Jahr 2010 der seit 40 Jahren bestehenden "Regio" des Umlandes beigetreten. Diese Form der Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden ist ein Vorarlberger Spezifikum, mittlerweile ist das Thema interkommunale Zusammenarbeit aber österreichweit bedeutend geworden. Und es geht dabei längst nicht nur mehr um Kooperationen bei Verwaltung, der Wasserwirtschaft und bei Wanderwegen. Der Klima- und der Landschaftsschutz verlangen heute ganz neue Wege in der Raumordnung und Verkehrsplanung. Doch soweit ist man weder in Schärding noch in Feldkirch.


In Vorarlberg hatten sich einst die diversen "Regios" freiwillig gebildet. Es gab keine Verordnungen des Landes dafür und auch keine Fördermittel der EU. Das ist nun anders. In Oberösterreich stehen insgesamt 7,5 Millionen Euro aus Brüssel zur Verfügung. Bis zu 50 Prozent der Projektkosten werden von der EU bezahlt. "Das ist natürlich großartig, da wir uns dadurch von Experten beraten lassen können, die für uns sonst unleistbar wären", sagt Roland Wohlmuth, Bürgermeister von Brunnenthal.

Analyse des Status quo
Einer dieser Fachleute ist der Raumplaner Richard Resch aus Graz. Anfang dieser Woche wurde eine wichtige Etappe in dem vorerst auf ein Jahr anberaumten Projekt genommen: Nach genauer Analyse von Stärken und Schwächen der vier beteiligten Gemeinden wurden intern Leitbild und Strategie präsentiert, wie Resch berichtet. Wobei bei dieser interkommunalen Zusammenarbeit eine Radweg-Infrastruktur, Ortskernbelebung sowie eine Optimierung der Siedlungsstruktur im Fokus steht. Viel mehr als ein Beginn ist das zwar noch nicht. Aber irgendwann muss man anfangen.

Richard Resch, der Experte, gibt sich zur generellen Situation in Österreich "ernüchtert", wie er sagt. "Wir haben neun Raumordnungsgesetze und jede Gemeinde hat grundsätzlich Planungsautonomie. Dadurch gibt es keine effiziente Raumplanung, wie sie in anderen Ländern schon längst passiert", sagt er.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-05 16:58:16
Letzte Änderung am 2018-06-19 14:19:32


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