• vom 12.06.2018, 13:32 Uhr

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Update: 12.06.2018, 14:03 Uhr

Niederösterreich

Waldschutzprogramm gegen Borkenkäfer




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Von WZ Online, APA

  • Der Schädling bedroht die heimischen Wälder. Das Land Niederösterreich sagt ihm nun den Kampf an.

Die Larve eines Borkenkäfers. Die Insekten bauen ihre Brutgänge unter der Rinde von Fichten. - © Kristina Gould

Die Larve eines Borkenkäfers. Die Insekten bauen ihre Brutgänge unter der Rinde von Fichten. © Kristina Gould

St. Pölten. Meterhoch stapeln sich Baumstämme neben den Forststraßen. Immer wieder karren Bauern neue heran. Die Fichten müssen geschlägert werden. Sie sind krank. Der Borkenkäfer hat sie erledigt. Die Zeit drängt, denn die befallenen Bäume müssen so schnell wie möglich aus dem Wald gebracht werden, bevor die Käfer benachbarte Bäume befallen. 3,52 Millionen Festmeter Schaden hatten Österreichs Bauern im vergangenen Jahr. In Ober- und Niederösterreich ist die Lage besonders ernst. Der extrem trockene Frühling hat die Bäume geschwächt. Sie haben keine Abwehrkräfte gegen die Schädlinge mehr.

Nun setzt das Land Niederösterreich Im Kampf gegen den Borkenkäfer auf ein Waldschutzprogramm. Die am Dienstag von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LHStv. Stephan Pernkopf präsentierte Initiative ist mit bis zu einer Million Euro dotiert.

Das Geld sei als zusätzliche Unterstützung beim Ankauf von Schutznetzen und für Behandlungstechniken, zur Finanzierung von mobilen Einsatztrupps und auch für Kleinwaldbesitzer bei Forstschutzmaßnahmen vorgesehen, erläuterte Mikl-Leitner. Die Land-und Forstwirte bräuchten vollste Unterstützung. Vom Borkenkäfer am stärksten betroffen sei derzeit das Waldviertel. Es bestehe freilich die Sorge der Ausbreitung auf das Alpenvorland, den Wienerwald und weitere Regionen in Niederösterreich, sagte die Landeshauptfrau.

Anhaltender Trockenheit  schwächt die Bäume

Schadholz müsse auch rasch abtransportiert werden, um gesunde Bäume vor einem möglichen Befall durch den Borkenkäfer zu schützen. In diesem Zusammenhang erinnerte Mikl-Leitner daran, dass das höchstzulässige Gesamtgewicht für Holztransporte von 44 auf 50 Tonnen erhöht worden sei.

Nicht zuletzt habe das Land auch bereits Gespräche mit dem Landwirtschafts- und dem Finanzministerium aufgenommen. Dabei gehe es um eine Öffnung des Katastrophenfonds. Zudem würde im Notfall das Bundesheer mit Personal und Gerät im Assistenzeinsatz bereitstehen.

"Wir wissen nicht, wie ernst die Situation wirklich wird" 

Die Schadholzmenge von 1,5 Millionen Festmeter durch den Borkenkäfer habe 35 Millionen Euro an Schaden im vergangenen Jahr bedeutet, erinnerte Pernkopf. Für 2018 sei wegen anhaltender Trockenheit von 1,8 bis 2,2 Millionen Festmeter auszugehen. Es habe oberste Priorität, Schadholz möglichst schnell aus dem Wald zu bringen. Daher müssten auch Lagerkapazitäten aufgebaut werden.

Die gesetzten bzw. angedachten Maßnahmen würden zeigen, dass die Lage vom Land ernst genommen werde, sagte der niederösterreichische Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes. Rasches Handeln sei jedenfalls erforderlich. "Wir wissen noch nicht, wie ernst die Situation wirklich wird."





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Dokument erstellt am 2018-06-12 13:51:04
Letzte Änderung am 2018-06-12 14:03:47


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