• vom 13.06.2018, 10:30 Uhr

Stadt & Land

Update: 21.06.2018, 11:04 Uhr

Regionalbahnen

Die Renaissance der Bummelzüge




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (19)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias Nagl

  • Österreichs 19 Regionalbahnen wachsen konstant, frühere Schließkandidaten haben wieder eine Zukunft.

Die Stubaitalbahn hat den stärksten Fahrgastzuwachs unter den Regionalbahnen. Ein Erfolgsfaktor war die Tarifreform Tirols. - © IVB/Berger

Die Stubaitalbahn hat den stärksten Fahrgastzuwachs unter den Regionalbahnen. Ein Erfolgsfaktor war die Tarifreform Tirols. © IVB/Berger

Salzburg. Sie sind der Nahversorger unter den Eisenbahnen. Dabei geht es den 19 Regionalbahnen, die überwiegend in Länder- und Städteeigentum stehen, nicht schlecht. Laut den Zahlen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) beförderten die Regionalbahnen im Vorjahr 36,5 Millionen Fahrgäste und weisen damit konstantes Wachstum auf.

In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Fahrgastzahlen um 12 Prozent. Zum Vergleich: Die ÖBB verzeichneten im selben Zeitraum ein Plus von 9,8 Prozent im Personenverkehr. Der Großteil des Zuwachses kommt von Nahverkehrsbahnen rund um die Ballungsräume. Denn jede größere Landeshauptstadt hat eine Regionalbahn in ihrem Umland. Die mit Abstand größte ist dabei die Badener Bahn der Wiener Stadtwerke, die mehr als ein Drittel aller Fahrgäste der Regionalbahnen befördert. Auch die Graz-Köflacher-Bahn, die Salzburger sowie die Linzer Lokalbahn und die Zillertalbahn kommen auf mehr als zwei Millionen Fahrgäste im Jahr.


Beim Blick auf die Regionalbahnen ist die Zahl der Fahrgäste allerdings nicht entscheidend, meint Peter Haibach, Sprecher der Fahrgastvertretung "Probahn Österreich". "Die Frage ist, ob die jeweilige Bahn im Verkehrsnetz ein wichtiges Rückgrat im System ist. Man darf die Bahnen nicht isoliert sehen, sondern muss die Regionen sehen. Wichtig ist ein gut abgestimmtes multimodales Netz", sagt Haibach. Entscheidend ist also die Anbindung an andere Verkehrsträger, an Busse, Autos und Fahrräder.

Dabei ist die Nähe zu einem Zentralraum naturgemäß von Vorteil. "Jede Bahn, die an eine Hauptstadt anbindet, ist praktisch eine S-Bahn", erklärt Haibach. Er sieht zwei Voraussetzungen für einen Fahrgastzuwachs als entscheidend: erstens ein attraktiver Takt und zweitens Park-and-Ride-Plätze an den Haltestellen.

Mehr Fahrgäste
nach Tarifreformen

Bei der nach Fahrgastzuwachs erfolgreichsten Lokalbahn, der Stubaitalbahn von Innsbruck ins Stubaital, brachten zwei Maßnahmen einen entscheidenden Schub. Nach einer Taktverdichtung 2008 hat die Tarifreform der schwarz-grünen Landesregierung zu einem Boom geführt, erklärt Geschäftsführer Martin Baltes. Die Einführung des landesweiten Schüler- und Lehrlingstickets um 96 Euro jährlich sowie eines Seniorentickets um 240 Euro habe zu einer "deutlichen Nachfragesteigerung" geführt, sagt der Verkehrsmanager.

Vor rund einem Jahr folgte dann eine weitere Tarifreform, die die Jahreskarten auch für alle anderen Bevölkerungsgruppen attraktiver machte. Dadurch haben die Fahrgastzahlen der Stubaitalbahn um mehr als 21 Prozent auf 1,35 Millionen Fahrgäste im Jahr 2017 zugelegt. Dazu kommt noch ein weiterer Vorteil, den die Bahn hat. Sie hat nicht nur als Nahverkehrsmittel für Pendler und Schüler große Bedeutung. "Bei Schlechtwetter fahren in den Ferienmonaten viele Touristen mit der Stubaitalbahn in die Stadt zu einem Schlechtwetterprogramm. Diese Zwitterstellung zwischen Nahverkehrsversorger und Tourismus ist sicher gut für die Bahn", sagt Geschäftsführer Baltes.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Schlagwörter

Regionalbahnen

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-12 17:25:28
Letzte Änderung am 2018-06-21 11:04:30


Woher kommt der Ortsname

Heimat und Schuhe

- © Gemeinde Heimschuh Der Name Heimschuh dürfte vom mittelhochdeutschen "Schachen" kommen, was so viel wie "kleiner Wald" bedeutet und ein gebräuchlicher Namensteil vieler... weiter




Woher kommt der Ortsname?

Mit Weibern nichts am Hut

- © Gemeinde Weibern Erstmals genannt wurde der oberösterreichische Ort Weibern im Hausruckviertel in einer Urkunde von 785. Das Schriftstück existiert nicht mehr im... weiter





Werbung




Werbung