• vom 13.06.2018, 10:30 Uhr

Stadt & Land

Update: 21.06.2018, 11:04 Uhr

Regionalbahnen

Die Renaissance der Bummelzüge




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (19)
  • Drucken
  • Leserbrief





Eine derartige Doppelfunktion ist tatsächlich untypisch für eine Bahn im Zentralraum. Die meisten Regionalbahnen sind klassische Nahverkehrsmittel für Schüler und Pendler. Es gibt freilich auch Regionalbahnen mit verstärkt touristischer Nutzung, diese haben nicht nur beim Fahrgastzuwachs, sondern auch in Sachen Existenzberechtigung stärker zu kämpfen.

In Niederösterreich etwa wurden in den vergangenen Jahren mehrere einst von den ÖBB betriebene Nebenbahnen eingestellt und werden nur mehr streckenweise touristisch genutzt wie die Wachaubahn, die nur im Sommer zumindest täglich fährt. Es gibt aber auch Bahnen mit touristischer Funktion und Nahverkehrsfunktion, die funktionieren, auch mit privaten Betreibern.

Nur ein privater Regionalbahnbetreiber
Das oberösterreichische Familienunternehmen Stern & Hafferl Verkehr ist der einzige private Regionalbahnbetreiber in Österreich. Neben der Linzer Lokalbahn betreibt Stern & Hafferl auch die Traunseebahn, die Attergaubahn und die Vorchdorferbahn. Auf allen Strecken gab es in den vergangenen fünf Jahren moderate Passagier-Zuwächse.

"Die Regionalbahnen fungieren hauptsächlich als Nahverkehrszubringer für den Schüler- und Pendlerverkehr. Aber natürlich gibt es auch eine touristische Nutzung. Die Fahrt an sich ist ein Erlebnis, aber auch zur Anreise zu den Wander- und Freizeitmöglichkeiten, Kulturveranstaltungen und Ähnlichem werden die Bahnen genutzt", teilt das Unternehmen mit. Von einer Einstellung dieser Bahnen ist keine Rede, bei der Vorchdorfer Bahn gibt es Ideen für eine Verlängerung.

Eine von nur drei Regionalbahnen mit einem Fahrgastminus in den vergangenen fünf Jahren ist die Pinzgauer Lokalbahn. Ihr Bestehen ist dennoch gesichert, das war allerdings nicht immer so. Der Landesenergieversorger Salzburg AG übernahm die Bahn 2008 von der ÖBB, die den Betrieb einstellen wollte.

Instrument gegen
die Abwanderung

Landeshauptmann Wilfried Haslauer bezeichnete die Bahn zum 120-Jahr-Jubiläum im Jänner als "Lebensader für den Oberpinzgau". Obwohl es in den vergangenen fünf Jahren ein leichtes Minus von knapp sechs Prozent gegeben hat, ist die Übernahme durch das Land eine Erfolgsgeschichte. Die Fahrgastzahlen wurden gegenüber den letzten Jahren im ÖBB-Betrieb fast vervierfacht.

Auf dem Gebiet von Salzburg fährt noch ein weiteres Sorgenkind unter den Regionalbahnen, die Murtalbahn. Sie ist eine von wenigen bundesländerübergreifenden Regionalbahnen und gehört zu den Steiermärkischen Landesbahnen. Ihr Bestand ist aber ebenfalls nicht gefährdet. "Es gibt ein Grundbekenntnis der Steirischen und Salzburger Landespolitik, dass die Bahn zeitgemäß adaptiert werden soll", sagt Werner Reiterlehner von der steirischen Verkehrsabteilung.

Aktuell diskutiert eine Expertengruppe die zukünftige Ausrichtung der Murtalbahn. "Es gibt Investitionsbedarf bei den Fahrzeugen, der Infrastruktur und den Bahnhöfen", erklärt Reiterlehner. Dazu soll die Fahrzeit beschleunigt und die Vermarktung des Angebots verbessert werden. Wie bei der Pinzgaubahn soll auch bei der Murtalbahn die touristische Nutzung verstärkt werden. Dazu wollen die Betreiber die Anbindung an touristische Attraktionen verbessern und besser sichtbar machen - für Fahrgastvertreter Haibach eine richtige Entwicklung: "Bei Bahnen in ländlichen Regionen muss man sich immer auch fragen: Wie kann ich das für den Tourismus nutzen?"

zurück zu Seite 1 weiterlesen auf Seite 3 von 3




Schlagwörter

Regionalbahnen

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-12 17:25:28
Letzte Änderung am 2018-06-21 11:04:30


Woher kommt der Ortsname

Heimat und Schuhe

- © Gemeinde Heimschuh Der Name Heimschuh dürfte vom mittelhochdeutschen "Schachen" kommen, was so viel wie "kleiner Wald" bedeutet und ein gebräuchlicher Namensteil vieler... weiter




Woher kommt der Ortsname?

Mit Weibern nichts am Hut

- © Gemeinde Weibern Erstmals genannt wurde der oberösterreichische Ort Weibern im Hausruckviertel in einer Urkunde von 785. Das Schriftstück existiert nicht mehr im... weiter





Werbung




Werbung