• vom 01.07.2018, 09:15 Uhr

Stadt & Land


Österreichs EU-Beitritt

Der 1. Jänner 1995 und seine Folgen




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  • Der EU-Beitritt hatte für Österreich vielfältige Auswirkungen. So gut wie in allen Lebensbereichen sind diese zu spüren: bei der Reisefreiheit, beim täglichen Einkauf, durch europäische Gesetze und durch ein Mehr an Beschäftigung.

Seit dem 1. Jänner 1995 weht auf dem Dach des Bundeskanzleramts auch die EU-Flagge.

Seit dem 1. Jänner 1995 weht auf dem Dach des Bundeskanzleramts auch die EU-Flagge.© apa/Techt Seit dem 1. Jänner 1995 weht auf dem Dach des Bundeskanzleramts auch die EU-Flagge.© apa/Techt

Wien. (sir) Vor 24 Jahren unterzeichnete Bundeskanzler Franz Vranitzky in Korfu den Beitrittsvertrag Österreichs mit der Europäischen Union. Kurz davor hatten sich in einer Volksabstimmung zwei Drittel für den Beitritt ausgesprochen. Am 11. November 1994 gab dann der Nationalrat seine Zustimmung. Keine zwei Monate später, am 1. Jänner 1995, war Österreich offiziell Mitglied der Union. Dieses Ereignis hat seither Einfluss auf fast Lebensbereiche. Ein kurzer Überblick.

Arbeitsmarkt


Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt waren eines der beherrschenden Themen im Vorfeld der Volksabstimmung. Zunächst passierte aber jahrelang - gar nichts. Die Zahl ausländischer Arbeitskräfte nahm sogar ab, ehe sie um den Jahrtausendwechsel wieder zu steigen begann. 2002 waren rund 250.00 EU-Ausländer in Österreich gemeldet, heute sind es 700.000. Deutlich mehr als die Hälfte davon, rund 420.000 Personen, kommen aus Mitgliedstaaten, die 2004 und danach der EU beigetreten sind. Umgekehrt leben mittlerweile auch 574.700 Österreicher im Ausland, 75 Prozent davon in Europa, vor allem in Deutschland. Es sind also auch Arbeitsplätze für Österreicher im Ausland geschaffen worden.

Insgesamt ist die Beschäftigung deutlich ausgeweitet worden. Zum Zeitpunkt des Beitritts waren 3,67 Millionen Menschen in Österreich erwerbstätig, im Vorjahr bereits 4,26 Millionen, Tendenz steigend. Das bedingte auch, dass sich die Einnahmen durch die Lohn- und Einkommensteuer nominell verdoppelt haben. Gestiegen ist jedoch auch die Zahl der Arbeitslosen, auch wenn sie nun wieder abnimmt. Das Arbeitskräfteangebot wuchs jahrelang schneller als die Nachfrage - trotz Beschäftigungsrekorden.

Bildung

Eine italienische Stadt ist namensgebend für eine gravierende Veränderung im Hochschulbereich: Bologna. Ab 1999 wurden schrittweise die Studienpläne auf ein dreigliedriges System umgestellt: Bachelor, Master, PhD (Doktorgrad). Ziel war, die Mobilität der Studenten und die Vergleichbarkeit der Studien in der EU zu erhöhen. Das hat auch funktioniert. Mühsame Nostrifikationen sind im akademischen Bereich nicht mehr notwendig, jede EU-Bürgerin darf überall studieren.

Die Unis sind dadurch in jeder Hinsicht internationaler geworden: Die Zahl ausländischer Studierender ist seit dem Beitritt von 26.400 auf 75.700 gestiegen. Zum Vergleich: Das Plus bei Österreichern betrug in diesem Zeitraum nur 10.000 Studierende. Auch das Lehrpersonal ist deutlich internationaler geworden. Es gibt einen regen Austausch von europäischen Hochschulen, sowohl hinsichtlich der Lehrenden als auch der Studenten. Über Erasmus-Programme studieren heute mehr als 8000 junge Menschen aus Österreich in anderen EU-Ländern. Die gut ausgebildete Jugend hat sich dadurch richtiggehend europäisiert. Und sie ist mehrsprachig geworden. Mittlerweile ist es gar nicht mehr so selten, dass Lehrveranstaltungen auf Englisch abgehalten werden.

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Dokument erstellt am 2018-06-29 16:16:42


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