• vom 10.07.2018, 16:05 Uhr

Stadt & Land

Update: 10.07.2018, 17:40 Uhr

Gemeinden

Leihrad-Boom in Städten bringt die erste große Pleite




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    Unter den neuen Anbietern von günstigen Leihrädern in Wien gibt es eine Pleite. - © APA/ROLAND SCHLAGER

    Unter den neuen Anbietern von günstigen Leihrädern in Wien gibt es eine Pleite. © APA/ROLAND SCHLAGER

    Wien. (sir) Wien war einer der Pioniere in Europa für Leihradsysteme. Schon im Jahr 2002 wurden "Viennabikes" im Stadtgebiet verteilt aufgestellt, sie konnten kostenlos genutzt werden, finanziert wurden sie unter anderem durch Werbung auf den Rädern. Es bedurfte allerdings noch einiger Jahre und Adaptierungen, bis sich ein taugliches System durchsetzte. Heute stehen 1500 nunmehr "Citybikes" genannte Räder in mehr als 120 Stationen in Wien, und mittlerweile gibt es in sehr vielen Städten Europas ähnliche Angebote.

    Was diese Systeme eint, ist eine sehr günstige Kurzzeit-Miete, in Wien ist eine Stunde gratis. Dafür ist es relativ teuer, die Räder länger zu nutzen. In der Schweiz setzen bereits 20 Kommunen auf "Shared Bike"-Modelle, in Österreich sind es in erster Linie Innsbruck und Klagenfurt. Im Burgenland gibt es vom deutschen Anbieter nextbike rund um den Neusiedler See ein Leihradangebot, das eben nicht an ein und demselben Standort retourniert werden muss. Und auch in Niederösterreich wurden in einigen Gemeinden, vor allem am Bahnhof, Leihrad-Stationen installiert. In Krems, St. Pölten und Melk gibt es mehrere Stationen, in diesen Städten ist die Nutzung nicht primär touristischer Art.


    Neue Anbieter
    Smartphones und GPS haben in kurzer Zeit neue Angebote geschaffen, die global agierenden Firmen kommen aus Asien (Obike, Ofo), aber auch aus Europa (Donkey Republic), und sie bieten einen Vorteil für die Benutzer: die Räder können überall abgestellt werden, nicht nur in eigenen Stationen, von denen es vielleicht noch ein weiter Weg zum Ziel ist. In Wien führte das jedoch auch zu Ärger, da die Räder auf einmal überall im öffentlichen Raum herumstanden, zum Teil andere Verkehrsteilnehmer behinderten.

    Nun ist ein Unternehmen, Obike aus Singapur, Pleite gegangen, die Räder stehen aber nach wie vor in Wien herum, müssen von der Stadt eingesammelt und bis zum Ende des Konkursverfahrens eingestellt werden. Auch das verursacht Kosten für die Kommunen. Und auch der chinesische Leihradanbieter Ofo hat nun angekündigt, sich aus Wien zurückzuziehen. Als Grund nennt die Firma "regulatorische Aufgaben". Die Kritik aber auch innerhalb der Bevölkerung mag ein Grund sein, warum sich beispielsweise Linz gegen diese Systeme entschieden hat. Unbestritten ist aber, dass die Digitalisierung grundsätzlich Chancen für eine kostengünstige und umweltfreundliche Mobilität auf kommunaler Ebene bietet, vor allem in Städten. In Linz und Graz laufen, spät aber doch, Planungen.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-07-10 16:10:53
    Letzte Änderung am 2018-07-10 17:40:52


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