• vom 21.08.2018, 20:28 Uhr

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Mehr Geld ≠ mehr Gesundheit




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    Der Vorstand der AUVA hat am Dienstag das von der Regierung verordnete Sparpaket akzeptiert.

    Der Vorstand der AUVA hat am Dienstag das von der Regierung verordnete Sparpaket akzeptiert.© apa/H. Punz Der Vorstand der AUVA hat am Dienstag das von der Regierung verordnete Sparpaket akzeptiert.© apa/H. Punz

    Alpbach. In der Umsetzung der österreichischen Gesundheitsreform seit 2013 sehen sich die Bundesländer und die Sozialversicherungsträger im partnerschaftlichen Gleichschritt. Allfällige Strukturreformen bei der AUVA und anderen Sozialversicherungsträgern dürften die Reform nicht gefährden, stellten am Montag Hauptverbands-Chef Alexander Biach und vier Gesundheitslandesräte bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen fest. Unterdessen hat der AUVA-Vorstand wie erwartet am Dienstag mehrheitlich beschlossen, das von der Regierung verordnete Sparpaket zu akzeptieren.

    Dennoch klaffen aber in Österreich weiterhin Kosten, Gesundheitszustand, und Ergebnisse der Gesundheitsversorgung weit auseinander. Das hat die erste derartige Studie der Ökonominnen Maria Hofmarcher-Holzhacker und Zuzana Molnarova ergeben.


    Die im Auftrag des Philips-Konzerns erstellte Untersuchung, die am Dienstag präsentiert worden ist, hat erstmals auf der Basis von 28 Indikatoren Leistungen, Leistungskraft und Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens in jedem einzelnen österreichischen Bundesland analysiert. Immerhin ist "Gesundheit" gemäß der österreichischen Verfassung und dem ASVG primär "Ländersache".

    Gesundheitsausgaben
    in Wien am höchsten

    Die (Gesundheits-)Ausgaben in den Bundesländern sind sehr unterschiedlich. Während Oberösterreich, Tirol, Salzburg und die Steiermark unter dem Durchschnitt von 4002 Euro pro Kopf liegen, sind Wien, Vorarlberg und Niederösterreich deutlich darüber. Es zeigt sich aber, dass Ausgaben und Gesundheitszustand nicht immer korrelieren. Denn Menschen in Tirol und Salzburg können erwarten, dass sie über 70 Jahre in guter Gesundheit leben können, jene in Wien und im Burgenland nur 65 Jahre. "Diese Zahlen müssen aber sorgfältig interpretiert werden, denn in Niederösterreich und Oberösterreich ist die Lebenserwartung ähnlich hoch, während die Kosten pro Kopf in Oberösterreich wesentlich niedriger sind", betonte dazu Maria Hofmarcher-Holzhacker.

    Bis zu sieben Jahre Differenz bei Lebenserwartung
    Die Expertin nannte ein Beispiel: "Eine Frau in Tirol kann damit rechnen, zehn Jahre länger gesund zu leben als eine Frau im Burgenland." Über die Geschlechter hinweg zeigen sich bei der Lebenserwartung in gutem Gesundheitszustand in Österreich Unterschiede von bis zu sieben Jahren.

    An den sozialen, wirtschaftlichen und durch das Verhalten der Menschen bedingten Grundfaktoren für den Gesundheitszustand können auch alle Investitionen in das Gesundheitswesen in einem der reichsten Staaten der Erde nur bedingt etwas ändern. "Während das Gesundheitswesen beispielsweise in Oberösterreich kostengünstig ist, ist der Gesundheitszustand der Bevölkerung mittelmäßig", erklärte Hofmarcher-Holzhacker.

    Etwa ein Viertel der Ausgaben für Gesundheit werden in Österreich privat geleistet. Hier schwanken die Anteile je nach Bundesland zwischen 21 und 27 Prozent.

    Deutliche Unterschiede wurden auch bei einem wichtigen Indikator für die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens beobachtet: bei den durchschnittlichen Wartezeiten für eine geplante Aufnahme in einem Krankenhaus. Hier schwankten die Werte zwischen 18 (Kärnten) Tagen und 27 Tagen (Wien).

    47 Prozent der Menschen übergewichtig
    Immer bedeutender bei den Rahmenbedingungen für Gesundheit bzw. chronische Erkrankungen werden in faktisch allen westlichen Industrieländern Übergewicht und Adipositas: In Österreich trifft das im Durchschnitt auf 47 Prozent der Menschen zu. Im Burgenland leiden daran 54 Prozent (schlechtester Wert), in Kärnten 47 Prozent, in Niederösterreich 51 Prozent, in Oberösterreich 48 Prozent, in Salzburg 42 Prozent, in der Steiermark 46 Prozent, in Tirol (bester Wert) nur 39 Prozent der Menschen, in Vorarlberg 44 Prozent und in Wien 45 Prozent.

    Ganz klar zeige sich: "Wo viel geraucht wird, ist Lungenkrebs am häufigsten." Laut dem Bericht ‚Global Burden of Disease 2016‘ ist Lungenkrebs allein die zweithäufigste Ursache für vorzeitige Mortalität in Österreich (GBD 2016).




    Schlagwörter

    AUVA, Gesundheitsversorgung

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-08-21 17:08:45
    Letzte Änderung am 2018-08-21 17:21:32


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