• vom 30.01.2018, 15:11 Uhr

Stadt & Land


Woher kommt der Ortsname?

Über einen Mühlbach und goldenes Haar




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    Denkt man an die Gemeinde Moorbad Harbach, verbindet man diese schnell mit Moorbehandlungen, die im Kurhotel eingesetzt werden. Umso spannender ist es, dass ihre Namensherkunft auf einer ganz anderen Geschichte beruht. Die älteste Entstehungsgeschichte der Gemeinde im Bezirk Gmünd besagt, dass der Ort bereits im Jahr 1390 zur Pfarre Sankt Martin gehörte. Erstmals wurde die Gegend besiedelt, nachdem der Adelige Hadmar II. von Kuenring die Burg Weitra zwischen 1201 und 1208 gründete. Das heutige Erholungsgebiet liegt in einem Talkessel zwischen den "Bergen" des Waldviertels, dem Mandel (874 Meter) und dem Nebelstein (1017 Meter).

    Der Name Harbach geht auf das mittelhochdeutsche Wort "hart" (Wald) sowie "pach" (Bach) zurück und bezeichnete ursprünglich den Waldbach. Zur Entstehung des Ortsnamens gibt es aber gleich zwei Geschichten, die beide von einem geizigen Müller und seiner Ziehtochter handeln.


    Ein geiziger Müller
    Eine davon besagt, dass der Müller zu großem Reichtum gelangen wollte und immer hartherziger wurde. Im Lauf der Erzählung wird seine Tochter aufgrund ihrer langen, goldblonden Haare, die einiges an Pflege beanspruchten, besonders hervorgehoben. Sie musste ihrem Vater stets beim Mahlen des Kornes helfen, doch an einem Morgen dauerte ihre Haarpflege sehr lange. Da der Müller mit großer Ungeduld auf sie wartete, geriet er mit der Tochter in Streit, zog sie an den Haaren und stieß sie in den Mühlbach.

    Daraufhin nahm das Schicksal seinen Lauf. Das Mühlrad erfasste die Tochter und zermalmte sie. Dem Müller blieben nur die immer mehr werdenden blonden Haare im Bach, die weiterflossen.

    Die zweite Version zur Herkunft des Gemeindenamens beginnt ähnlich, unterscheidet sich aber darin, dass dem Müller das Wasser für seine Mühle ausblieb. So schimpfte er seine Tochter: "Zum Teufel! Ich wollte, die unnütze Flut deiner Haare würde über mein Mühlenrad laufen und es umdrehen, dann wäre mir geholfen!" Plötzlich tauchte eine Gestalt aus dem Boden auf und das Rad begann sich wieder zu drehen. Doch es kam zu einer Flut an goldenen Haaren, die den Müller erfasste und in die Tiefe des Baches zog.

    Da der Name "Moorbad" oft als Zusatzbezeichnung für Kurorte verwendet wird, wäre es schlüssig, dass die Gemeinde so zum Zusammenspiel der beiden Bezeichnungen kam. Heute setzt sich das Dorf an der niederösterreichisch-tschechischen Grenze aus den Erholungsorten Harbach, Hirschenwies, Lauterbach, Maißen sowie Wultschau zusammen.

    Ökologie und Gesundheit
    1991 gründete man außerdem den "Ökologischen Kreislauf", um Kurgäste, Patienten und die heimische Bevölkerung mit naturnahen Lebensmitteln aus dem Waldviertel versorgen zu können. Dafür werden Äcker und Wiesen organisch biologisch bewirtschaftet und die Produkte vom ansässigen Gewerbe zu kontrollierten Lebensmitteln verarbeitet. Im Kur-zentrum "Moorheilbad Harbach" werden Behandlungen von Abnützungen und Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule und Gelenke durchgeführt.




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    Dokument erstellt am 2018-01-30 15:17:11


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