• vom 20.02.2018, 15:08 Uhr

Stadt & Land


Woher kommt der Ortsname?

Viel Wirbel im Pongau




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Festung Hohenwerfen.

Festung Hohenwerfen.© Memorator Festung Hohenwerfen.© Memorator

Die zweitgrößte Gemeinde im Salzburger Pongau, Werfen, hat mit der Burg Hohenwerfen und der größten Eishöhle der Welt einiges zu bieten. Und auch historisch hat die Gemeinde Dramatisches zu erzählen.

Weniger spektakulär ist, wie Werfen seinen Namen erhielt. Aus heutiger Sicht leitet er sich von den Geländegegebenheiten ab. Das mittelhochdeutsche Wort "werve", was so viel wie Wirbel heißt, bezeichnet die Stelle, in der die Salzach am Fuß der Burg "herumgewirbelt" wird. Der Fluss ist auch für die wirtschaftliche Entwicklung von Werfen bedeutend: Das Salzachtal gilt als eine der wichtigsten Alpentransit-Routen.


Namentlich erwähnt wurde Werfen erstmals 1077 als "Burg Castrum Weruen" und spielt damit direkt auf die Burg Hohenwerfen an. Diese wurde im 11. Jahrhundert von Erzbischof Gebhard erbaut, um während des Investiturstreites seine Ländereien gegen Angriffe abzusichern. Um die Burg entstand der Markt Werfen, der vermutlich 1190 als Ort begründet und schon 1242 als "marckt" bezeichnet wurde.

Dramatisch war, dass ein ehemaliger Bürgermeister Werfens Mitte des 19. Jahrhunderts als Mörder verurteilt und gehängt wurde. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Johann Oberreiter 1859 ein weiteres Mal, verschuldete sich infolge aber immer weiter. 1864 verstarb eine seiner Töchter und Gerüchte kamen auf, dass sie, genau wie ihre Mutter Jahre zuvor, von dem ehemaligen Werfener Bürgermeister vergiftet wurde. Seine zweite Ehefrau erstattete Anzeige, als nach drei Wochen auch noch eine weitere Tochter starb. Oberreiter wurde festgenommen und gestand, seine zwei Töchter mit Arsen vergiftet zu haben.

Weitere dunkle Kapitel von Werfen sind die Hexenverbrennungen und Protestantenverfolgungen. Zwischen 1675 und 1690 ließ Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg über 150 Personen wegen angeblicher Hexerei hinrichten. Wenige Jahrzehnte später, im
18. Jahrhundert, mussten dann 20.000 Glaubensflüchtlinge aus dem Fürsterzbistum Salzburg fliehen, wobei allein aus dem Raum Werfen mehr als 4000 kamen.




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Dokument erstellt am 2018-02-20 15:11:29


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